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Indien: Premier kritisiert Brief des Erzbischofs

Im Wahlkampf: Indiens Ministerpräsident Narendra Modi - AFP

05/12/2017 12:29

Der indische Premierminister Narendra Modi verurteilt eine Wahlempfehlung durch katholische Religionsvertreter. Modi betonte während einer Wahlkampfveranstaltung, ein Mann der Religion sollte seinen Gläubigen nicht erklären, wen sie zu wählen hätten. Außerdem unterstrich er, dass seine Regierung die Freilassung mehrerer katholischer Priester bewirkt habe. Mit seinen Äußerungen nahm er Bezug auf einen Brief des Erzbischofs von Gandhinagar, der Hauptstadt von Gujarat. Erzbischof Macwan warnte in seinem Brief, den er an alle Bischöfe des Staates gesendet hatte, vor Nationalisten, die in Indien zunehmend politisch dominant geworden seien und kurz davor stünden, die Macht im gesamten Land zu übernehmen. In Gebeten wolle der Erzbischof den Wählern helfen, Kandidaten zu wählen, die der säkularen Verfassung Indiens treu bleiben und die Menschenrechte respektieren.

Obwohl keine Partei genannt ist, wurde der Brief als skeptische Stellungnahme gegenüber der nationalistischen, pro-hinduistischen Bharatiya Janata Party (BJP) gelesen, zu der auch Premier Modi gehört. Am 9. und 14. Dezember finden Wahlen im Bundesstaat Gujarat im Westen Indiens statt, wo die BJP seit 1995 regiert. Beobachter halten den Ausgang der Wahl für ein wichtiges Indiz für die Nationalwahlen 2019. Kritiker der Partei argumentieren, dass die religiöse Toleranz in Indien abgenommen hätte und die hinduistische Dominanz unter Modi gewachsen sei.

(ucanews 05.12.2017 sh)

05/12/2017 12:29