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Libanon/Saudi-Arabien: Patriarch will Hariri treffen

Proteste im Libanon nach dem Rücktritt von Hariri - AP

12/11/2017 15:48

Der maronitische Patriarch Bechara Boutros Rai wird auf Einladung der örtlichen Behörden nach Saudi-Arabien reisen und dort die Möglichkeit haben, sich mit dem Premierminister Saad Hariri zusammenzutreffen, der am vergangenen 4. November während eines Aufenthalts in Riad seinen Rücktritt bekannt gab. Wie das maronitische Patriarchat offiziell bestätigt, soll der Besuch des Patriarchen bereits an diesem Montag stattfinden. Vor der Bestätigung des Besuchs hatte sich der maronitische Patriarch am Donnerstag im Präsidentenpalast mit dem libanesischen Präsidenten Michel Aoun getroffen. Im Rahmen ihres Gesprächs bestätigten Aoun und Kardinal Rai die gemeinsame Absicht, sich um nationale Einheit zu bemühen und zu verhindern, dass der Libanon durch die Neupositionierung der Achse zwischen den regionalen Mächten gegen Saudi-Arabien und den Iran erschüttert wird.

Wie der Sprecher des maronitischen Patriarchats mitteilt, steht der Dialog im Mittelpunkt des Besuch des Patriarchen, der dabei auch die Ablehnung von Terrorismus und Extremismus hervorheben und auch die Situation libanesischer Arbeitnehmer in Saudi-Arabien berührt ansprechen wird, von denen nach Angaben des libanesischen Außenministerium rund 300.000 in Saudi-Arabien leben. 

Die Einladung an den Patriarchen zu einem Besuch in Saudi-Arabien war offiziell bereits am 1. November ausgesprochen worden, doch in der Zwischenzeit ist der Besuch nach dem Rücktritt des libanesischen Premierministers auch von politischer und geopolitischer Bedeutung. Im Libanon wird vermutet, dass Hariri nicht freiwillig in Saudi-Arabien aufhält, sondern sich dort sogar in Riad unter Hausarrest befindet und der Komplizenschaft mit den am angeblichen Putschversuch beteiligten saudi-arabischen Führungskräften beschuldigt wird, die auf Befehl des Kronprinzen Mohammed Bin Salman festgenommen wurden. Wie der Sprecher des Patriarchats mitteilt will der Primas der maronitischen Kirche vor allem die Botschaft vermitteln, dass „der Libanon zum Schlachtfeld für den Kampf der regionalen Mächte werden darf“.

Offiziell hat Präsident Aoun den Rücktritt von Premierminister Hariri nicht angenommen, den Hariri im Interview mit dem TV-Sender Al Arabiya bekannt gegeben hatte. Der Libanon, so der Sprecher des maronitischen Patriarchats im Namen des Patriarchen weiter „muss aus regionalen Konflikten und Achsen herausgehalten werden, und soll auch künftig eine Oase des Friedens, der Stabilität und des Dialogs sein, wo verschiedene Kulturen und Religionen friedlich zusammenleben und mit der Zivilgesellschaft interagieren“. 

(fides 12.11.2017 mg)

12/11/2017 15:48