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D: Erzbischof Koch fordert mehr Respekt für Medien

Erzbischof Heiner Koch - EPA

12/11/2017 13:36

Journalisten müssten heute viel Hass und Häme ertragen, beobachtet Berlins Erzbischof Heiner Koch. Er wünscht sich mehr Respekt und Achtsamkeit – auch aufgrund eigener Erfahrungen aus Dresden. Bei einem Gottesdienst im Rahmen des Jahrestreffens der katholischen Journalistenschule ifp erinnerte er am Samstagabend in Potsdam daran, dass die Zeiten rauer geworden seien und dass es auch viel Hass und Häme gegenüber Journalisten gebe. Als Bischof von Dresden-Meißen habe er nicht nur bei Pegida-Demonstrationen und ähnlichen Veranstaltungen „schon viel Schlimmes erlebt“.

Dass die Presse als kritische Instanz heute selbst sehr kritisch betrachtet werde, sei „so weit - so gut“, ergänzte Koch. Doch müsse man bei aller Kritik auch immer „verantwortungsvoll, achtsam und voller Respekt“ miteinander umgehen.

Koch: Journalisten brauchen auch Gottvertrauen

Der Erzbischof dankte zugleich im Namen der Deutschen Bischofskonferenz allen Verantwortlichen und Absolventen der Journalistenschule für ihre „wichtige Arbeit gerade in diesen Zeiten“. Je unübersichtlicher und schneller mediale Abläufe würden und „je unsicherer und fragwürdiger die journalistische Arbeitsweise wird, desto wichtiger ist es, neben dem journalistischen Handwerkszeug auch Halt und Orientierung, Begleitung und Gottvertrauen mit auf den Weg zu geben“, so Koch.

Besonders dankte er dem scheidenden Geistlichen Direktor Wolfgang Sauer für dessen „wertvollen geistlichen Dienst“. Sauer scheidet mit Erreichen der Altersgrenze Ende 2017 aus dem Amt, das er seit Mai 2011 hatte. Nachfolger wird Kapuzinerpater Helmut Rakowski, der sich beim Jahrestreffen den mehr als 250 teilnehmenden Absolventen vorstellte. Zuletzt war er Mitarbeiter im Päpstlichen Rat zur Förderung der Neuevangelisierung im Vatikan.

Rakowski wird ab Januar gemeinsam mit dem journalistischen Direktor Bernhard Remmers die Journalistenausbildung leiten. Dafür wünschte Koch ihm „viel Mut, viel Kraft und viel menschliche Nähe“ bei der Begleitung der jungen Journalisten. Das ifp wurde 1968 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz gegründet. Seither absolvierten dort mehr als 2.000 Journalisten Aus- und Fortbildungen.

(kna 12.11.2017 mg)

12/11/2017 13:36