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Generalaudienz: Erhebet die Herzen, nicht die Handys!

Papst Franziskus bei der Generalaudienz - ANSA

08/11/2017 11:52

Fulminanter Auftakt einer neuen Themenreihe bei der Generalaudienz: Franziskus spricht ab sofort mittwochs über die Eucharistie, das „Herz der Kirche“. In der ersten Folge empörte er sich nebenbei über gezückte Smartphones bei der Heiligen Messe.

Die Handys hochhalten statt die Herzen erheben? In seiner Katechese auf dem Petersplatz sprach Papst Franziskus Klartext: In der Feier der Heiligen Messe brauche es Konzentration und Andacht, keine Ablenkung und Selfies. Schließlich rufe der Priester die Gläubigen vor dem Hochgebet auf: „Erhebet die Herzen!“

„Er sagt nicht: ,Erhebet die Handys, um Fotos zu machen.‘ Nein, so was ist wirklich hässlich. Mich macht das sehr traurig, wenn ich hier auf dem Petersplatz oder im Petersdom zelebriere und viele erhobene Telefone sehe – nicht nur bei den Gläubigen, sondern auch bei einigen Priestern und auch Bischöfen. Aber echt! Die Messe ist kein Spektakel. Sie ist eine Begegnung mit der Passion, mit der Auferstehung des Herrn. Deshalb sagt der Priester: ,Erhebet die Herzen.‘ Was bedeutet das? Keine Telefone!“

Die Messe und Eucharistie in ihrem tiefsten Sinn zu verstehen und zu praktizieren, sei für Christen grundlegend, erinnerte der Papst. Es gehe um Versenkung in Jesu Selbstopfer und Dankbarkeit darüber. Die Eucharistie sei „Zeichen der Liebe Gottes“ und „privilegierter Weg der Begegnung mit Gott“, wie Franziskus formulierte. Dabei gehe es nicht um abstraktes Denken, sondern sinnlichen Zugang – den menschlichen Wunsch, Gott zu berühren, wie es der Apostel Thomas mit den Wunden Jesu tat.

Mit seiner Katechesen-Reihe will der Papst, wie er sagte, dieses Glaubensfundament neu freilegen und Schlüsselfragen beantworten. In diesem Sinne sei auch die Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils zu lesen gewesen, hier wolle er anknüpfen, so der Papst, dem dieses Thema in seinem Pontifikat ein besonderes Anliegen ist.

„Ein wichtiges Thema der Konzilsväter ist die liturgische Bildung der Gläubigen, die unabdinglich für eine wirkliche Erneuerung ist. Und genau dies ist das Ziel meiner Katechesen-Reihe, die wir heute beginnen: im Wissen um dieses große Geschenk Gottes zu wachsen, das er uns mit der Eucharistie gab.“

Was hat Märtyrertum mit Eucharistie zu tun? Denkt nach!

Damals wie heute gebe es Christen, die ihr Leben opferten, um die Heilige Messe zu feiern und ihren Glauben zu leben, so der Papst. Er erinnerte an die blutigen Verfolgungen unter Kaiser Diokletian in der Antike und heutige Grausamkeiten gegenüber Christen weltweit. Dieses Zeugnis sollte jeden zum Nachdenken über die Frage bringen, was Eucharistie bedeute. Ablenkungen und Oberflächlichkeit hätten in der Heiligen Feier jedenfalls nichts verloren, schärfte der Papst seinen Zuhörern ein.

Franziskus rief zur Ehrfurcht vor der Heiligen Messe auf, nicht ohne einen Seitenhieb auf so manch öden Prediger anzubringen:

„Oft gibt es da Geschwätz, während der Priester die Eucharistie feiert. Dabei geht es doch um den Herrn, wir feiern nahe bei ihm. Wenn heute der Präsident der Republik oder irgendeine andere wichtige Persönlichkeit herkäme, würden wir uns alle um ihn drängen. Doch wenn es in die Messe geht, sind die Leute abgelenkt. Darüber sollten wir nachdenken. ,Aber Vater, die Messen sind langweilig, die Priester‘, sagt mir dann jemand. Dann sollen sich die Priester bekehren, sage ich, doch der Herr ist da! Versteht ihr das?“

(rv 08.11.2017 pr)

08/11/2017 11:52