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Papst: Kirche muss offen sein für Menschen mit Behinderung

Papst Franziskus ist gerne unter Menschen mit Behinderung: Hier segnet er blinde Pilger bei der Generalaudienz - ANSA

21/10/2017 12:38

Die Sonntagsmesse muss offen sein für Menschen mit Behinderung. Das hat Papst Franziskus an diesem Samstag vor Teilnehmern eines Kongresses klargestellt, der in Rom auf Einladung des Päpstlichen Rates zur Förderung der Neuevangelisierung tagte. „In der Verteidigung und Förderung von Menschen mit Behinderung kann die Kirche nicht ,stimmlos´ oder ,verstimmt´ sein“, erklärte Franziskus. Die Gemeinden müssten Personen mit Handicap bereitwillig willkommen heißen. Gerade die Sonntagsmesse sei als Begegnung mit dem Auferstandenen und mit der Gemeinde „Quelle der Hoffnung und des Muts“ für Menschen auf schwierigen Lebenswegen.

Auch die Katechese müsse sich mehr auf die Bedürfnisse von Menschen mit Beeinträchtigungen vorbereiten, fuhr der Papst fort. Es gelte „schlüssige Formen zu erproben, damit jeder Mensch, mit seinen Gaben, seinen Grenzen und seinen auch schweren Handicaps auf seinem Weg Jesus begegnen und sich Ihm mit Glauben zuwenden kann. Kein körperliches oder seelisches Gebrechen kann jemals ein Hindernis für diese Begegnung sein.“ Franziskus rief dazu auf, „Unbehagen und Angst“ zu überwinden, die sich manchmal gegenüber Menschen mit Behinderung einstellten. Er schlug vor, gute Lehrende für die Katechese an Behinderten auszubilden. Er wünsche sich auch mehr Menschen mit Handicap selbst in der Katechese, schloss der Papst. Sie könnten mit ihrem Zeugnis den Glauben auf wirksamere Weise übermitteln.

In den vergangenen Jahrzehnten sei viel geschehen, um behinderte Menschen gesellschaftlich besser zu integrieren, würdigte Papst Franziskus. Zugleich gebe es da eine grundsätzliche Ablehnung von Behinderung, als ob diese Selbstverwirklichung und Glück grundsätzlich verhinderte, sagte Franziskus. Freilich sei es eine schwere Täuschung, sich selbst für unverwundbar zu halten. Franziskus zitierte eine junge Frau, die er auf seiner jüngsten Reise in Kolumbien getroffen habe, und die ihm sagte: „Die Verletzlichkeit gehört zum Wesen des Menschlichen.“

 

(rv 21.10.2017 gs)

21/10/2017 12:38