Artikel lesen Zum Menü

Social Networks:

RSS:

Radio Vatikan

Die Stimme des Papstes und der Weltkirche

Andere Sprachen:

Kirche \ Die deutschsprachige Kirchen

D: Katholischer Dialogbeauftragter bedauert DITIB-Absage

Die neue Kölner Zentralmoschee - REUTERS

16/06/2017 14:23

Der Verband katholischer Laien in Deutschland kann es nicht nachvollziehen, dass sich der Islamverband DITIB nicht an der Demonstration gegen Terror am 17. Juni in Köln beteiligen will. „Auch wenn es stimmt, dass sich die DITIB immer wieder von Terror distanziert und diese verurteilt hat, ist die Absage gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Situation ein verheerendes Zeichen.“ So urteilt Thomas Sternberg, der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK).

Es müsse doch allen Muslimen, auch der DITIB, daran gelegen sein, öffentlich ein Zeichen gegen die Pervertierung und Instrumentalisierung des Islams zu setzen. Es gebe „keinen Grund“, sich diesem „wichtigen, gemeinsamen öffentlichen Zeichen“ zu „entziehen“, so Sternberg. „Dass sich die DITIB mit diesem Verhalten weiter isoliert, sehen wir mit sehr großen Sorgen.“

Unsere Kollegen vom Kölner Domradio haben den Theologen Timo Güzelmansur dazu interviewt. Er ist Geschäftsführer der Christlich-Islamischen Begegnungs- und Dokumentationsstelle der Deutschen Bischofskonferenz (CIBEDO):

„Ich finde, die Demonstration setzt ein gutes Zeichen dafür, dass Terror und Gewalt nicht im Namen der Mehrheit der Muslime verübt werden, die friedlich ihre Religion leben und praktizieren.“

Zur Absage Ditibs an der Demonstration erläutert Güzelmansur: „Ditib hat eine Pressemitteilung herausgegeben, in der sie verschiedene Gründe aufführt. Unter anderem wird darin gesagt, dass solche Veranstaltungen auch dazu führen können, dass man Islam mit Terror gleichsetzt - also das Gegenteil von dem erzeugen können, was sie eigentlich bezwecken. Ich finde die Entscheidung der Ditib bedauerlich. Hier verpasst man eine Chance, tatsächlich ein Signal gegen Terror und Extremismus zu setzen.“

Ein weiterer Grund, den die Ditib anführt: Es sei gerade Ramadan und damit viel zu heiß, um in dieser Fastenzeit mittags zu marschieren. Güzelmansur: „Man kann ja jedem Einzelnen grundsätzlich freistellen, ob er zu der Demo gehen will oder nicht. Daher ist die Begründung für mich nicht nachvollziehbar - aber das ist Ditibs Meinung.“

(pm/domradio 16.06.2017 sk/mg)

16/06/2017 14:23