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Ungarn: Pax-Roma-Vorsitzender kritisiert Kirchen

Hat einen Zaun gegen Flüchtlinge hochgezogen: die ungarische Regierung - EPA

17/05/2017 13:03

Heftige Kritik an Ungarns Regierung wie auch an den Kirchen des Landes hinsichtlich ihres Verhaltens in der Flüchtlingskrise hat der Kommunikationstheoretiker Özseb Horanyi geäußert. Das Ausbleiben einer einheitlichen Stellungnahme der Kirchen zu dem Thema habe sich „verheerend" auf die Moral im Land ausgewirkt, mahnte der renommierte Wissenschaftler, der u.a. Vorsitzender der katholischen Intellektuellen-Vereinigung „Pax Romana" ist, kürzlich im oppositionellen Fernsehsender HirTv.

Schlimm sei dieses Versäumnis besonders angesichts der Asylpolitik der ungarischen Regierung, sagte Horanyi. Eine Macht, die so mit den Flüchtlingen umgehe, „kann nicht christlich sein", so der Wissenschaftler. Vielmehr mache die Staatsführung „in den letzten Jahren einen weiten Bogen um alles, was das Christentum ausmacht“. Seine Hoffnungen, dass die gegenwärtigen Machthaber im Grunde genommen Christen seien und nach diesen Grundwerten zu regieren versuchten, seien enttäuscht worden. Das Christentum sei nicht durch Worte, sondern nur durch Taten messbar, wobei die Barmherzigkeit in Ungarns Politik völlig verloren gegangen sei.

In der gegenwärtigen Situation sei es vonnöten, öffentlich Mut zu zeigen und Meinung zu äußern, betonte der Kommunikationsforscher. Statt laut zu sein gehe es dabei darum, „den angemessenen Ton zu finden“. Viele Menschen hätten jedoch Angst, sich für ihre Interessen und für das Gemeinwohl einzusetzen und ihre eigene Meinung auszusprechen. Als Grund dafür ortete Horanyi ein weit verbreitetes Gefühl einer „existenziellen Bedrohung“.

(kap 17.05.2017 pr)

17/05/2017 13:03