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Gänswein: Benedikt macht humorvolle Kommentare zu seinem Alter

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. und Erzbischof Georg Gänswein - AP

16/04/2017 07:15

Der emeritierte Papst Benedikt XVI. feiert seinen runden Geburtstag am Ostermontag. Gäste aus seiner Heimat Bayern sowie einige Freunde und Bekannte aus Rom werden dabei sein. Die Feierlichkeiten, die auf Wunsch des Jubilars im kleinen Rahmen stattfinden sollten, werden tatkräftig von seinem Privatsekretär und Leiter der Präfektur des päpstlichen Hauses, Erzbischof Georg Gänswein, organisiert. Unsere Kollegen von Radio Horeb haben im Vorfeld der Geburtstagsfeierlichkeiten mit Erzbischof Gänswein über das Fest und den emeritierten Papst gesprochen. Eigentlich ist der Geburtstag Benedikts am 16. April, also an diesem Ostersonntag. Hier Auszüge aus dem langen Gespräch mit Erzbischof Gänswein.

 

Gänswein: Für diesen Sonntag ist aber nur eine Liturgie geplant. Es sind keine Feiern vorgesehen. Der Geburtstag wird sozusagen auf den 17. April verlegt. Da wird es am Nachmittag einige kleine Feiern geben, aber nur im kleinen Rahmen. Das war der ausdrücklich Wunsch des emeritierten Papstes.

 

Horeb: Werden es 20 oder eher 50 Personen geben, die mitfeiern werden? Was heißt für Papst Benedikt „kleiner Kreis“?

 

Gänswein: Das ist eine gute Frage. Die habe ich ihm auch gestellt. Dann sagte er mir, dass „klein“ für ihn bedeute, dass so viele Leute kommen sollten, wie es maximal in unserem Haus Platz haben. Das wird also zwischen 20 und 50 Leute sein.

 

Horeb: Und wer wird kommen?

 

Gänswein: Es wird sicherlich eine kleine Delegation aus seiner Heimat Bayern kommen. Die können nicht fehlen. Es sind aber sehr viele, die kommen wollten, aber es geht einfach nicht. Er hat der Heimat den Vorzug gegeben. Es ist klar, dass auch von Rom aus einige Personen kommen wollen. Ich möchte aber keine Namen nennen.

 

Horeb: Wie geht Benedikt XVI. grundsätzlich mit dem Trubel um sich um?

 

Gänswein: Der Trubel ist nicht so groß oder nicht mehr. Seit seinem Amtsverzicht führt er ein sehr zurückgezogenes Leben. Er hat in der Tat immer wieder Besuche, aber das sind sehr wenige Personen. Er betet sehr viel, studiert, liest und pflegt eine große Korrespondenz. Er geht auch spazieren und hört Musik Das ist ein Leben mit einem Ablauf, der sehr gemächlich ist. Da fühlt er sich sehr wohl. Er hat das so gewollt und ist damit sehr zufrieden.

 

Horeb: Papst Benedikt lebt seit seinem Rücktritt 2013 sehr zurückgezogen im ehemaligen vatikanischen Klausurkloster Mater Ecclesiae und führt ein Leben im Gebet. Wie erleben Sie, Herr Erzbischof Gänswein, den Papst in seiner neuen Berufung? Wie ist er damit für uns eine Inspiration?

 

Gänswein: Ich arbeite nicht nur mit ihm zusammen, sondern wir leben im selben Haus. Dieses Zusammenleben hat begonnen, an dem Tag als er zum Papst gewählt wurde. Ich war zwar schon vorher zwei Jahre Sekretärs des Kardinals, aber wir lebten nicht gemeinsam zusammen. Nachdem er das Amt verzichtet hat, bin ich bei ihm geblieben und in der Tat wohne ich bei ihm im Kloster Mater Ecclesiae, so wie auch die vier Memores, die vorher mit uns im Apostolischen Palast waren.

Das Leben ist sehr geordnet. Papst Benedikt liebt auch die Ordnung. Das ist kein Geheimnis. Der Tagesablauf ist sehr strukturiert und klar. Eine Strukturierung des Tagesablaufs hilft ja auch, den Tag gut zu leben. In der Tat lautet eine der Hauptaussagen von ihm am Ende seines Pontifikats, dass er sich nicht ins Private zurückzieht – also nicht dann das macht, was ihm gefällt – sondern dass er auf dem Berg geht. Das ist eine Anspielung auf Moses. Er zog sich zurück, um gemäß seinen Kräften und Überzeugung sowie Fähigkeiten für seinen Nachfolger und für die Kirche sowie die Welt betet. Genau das tut er.

Das Leben im Kloster – es sind gut vier Jahre vergangenen – ist in der Tat ein Gewebe von Gebet, Studium, Besuchen, Musik, Gottesdiensten, Spaziergängen, Gedanken, Ausruhen und die Vorbereitung auf die Begegnung mit dem Herrn. Das funktioniert sehr gut und ich muss sagen, dass ich Papst Benedikt sehe, wie gut er mit seiner Entscheidung umgeht.

 

Horeb: Ist er noch gut zu Fuß?

 

Gänswein: Das ist die schwächste Stelle seines Körpers. Mit dem Gehen hat er Schwierigkeiten. Da hilft ihm seit einiger Zeit ein Rollator. Das ist besser für ihn, da hat er Halt. Er kann sich damit sehr gut fortbewegen.

 

Horeb: Wie kommt er grundsätzlich mit dem Alter und Altern zurecht?

 

Gänswein: Ich habe bisher keine Klagen gehört. Manchmal ist es so, dass er sagt, früher ging alles viel schneller. Da hätte er das und jenes tun können. Heute brauche er viel mehr Zeit. Aber das sagt er mir im Sinne eines humorvollen Kommentars zu seinem Alter.

 

(radio horeb 16.04.2017 mg)

16/04/2017 07:15