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Vatikankardinäle uneins über Luther

Überlieferung: Luther nagelt seine Thesen an die Pforte der Schlosskirche zu Wittenberg - RV

12/04/2017 13:19

Kardinal Gerhard Ludwig Müller gibt Martin Luther Recht: Der kirchliche Ablasshandel der frühen Neuzeit war „Betrug an den Gläubigen". Das sagte der Präfekt der römischen Glaubenskongregation in einem Interview für den ARD-Doku-Thriller „Die Luther Matrix“. Die Kirche habe den Fehler gemacht, Luther zu exkommunizieren, ohne auf seine Anliegen eingegangen zu sein. „Man hätte kritischer unterscheiden müssen, was er eigentlich will“, so Müller.

Dem gegenüber steht eine Aussage des emeritierten deutschen Kurienkardinals Walter Brandmüller, der in derselben Sendung zu Wort kam. Er betrachte Luther als „Häretiker“, der „zu Recht aus der Kirche ausgeschlossen“ wurde, so der ehemalige Leiter des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft. Luther sei hochintelligent und genial veranlagt gewesen, habe aber unter psychischen Problemen gelitten, meint der deutsche Kardinal. „Ich glaube nicht, dass er in der Lage war, sich selber infrage zu stellen“, so Brandmüller wörtlich.

In „Die Luther Matrix“ verbindet Regisseur Tom Oeckers eine fiktive Krimihandlung um einen Whistleblower im Bundeskanzleramt mit Experten-Interviews. Die SWR-Produktion lief am Dienstag um 23 Uhr in der ARD, in der Mediathek ist sie nach wie vor abrufbar.
 

(kna 12.04.2017 cs)

12/04/2017 13:19