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Radio Vatikan

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Papstmesse: „Herr, habe ich dich enttäuscht?“

Papst Franziskus bei seiner Frühmesse

30/03/2017 11:26

Christen sollten sich vor falschen Göttern hüten, denn nur der wahre Gott liebt den Menschen wie ein Vater und ist auch geduldig mit ihnen. Das war der Kerngedanke der Papstpredigt von diesem Donnerstag in der Kapelle des vatikanischen Gästehauses Santa Marta. Im Herzen eines jeden Menschen sei die Versuchung immer da, Gott gegenüber untreu zu sein, sagte Franziskus. Und er zitierte den Propheten Baruch mit dem Satz: „Ihr habt vergessen, wer euch groß gezogen hat.“

„Gott zu vergessen, der uns ja alle erschaffen und groß gezogen hat und uns im Leben begleitet - das ist für den Herrn eine Entäuschung. Wie oft wird im Evangelium darüber berichtet! Da gibt es doch jenes Gleichnis Jesu über den Mann, der einen Weinberg anlegt und es nicht schafft, weil die Arbeiter ihn ihm wegnehmen wollen. Im Herzen der Menschen gibt es diese Unruhe! Sie sind mit Gott und mit seiner treuen Liebe nicht zufrieden. Das Herz der Menschen neigt immer zu dieser Versuchung hin.“

Durch die Stimme der Propheten habe Gott immer wieder seine Enttäuschung über sein Volk kundgetan. Enttäuschung darüber, dass sich der Mensch anderen Göttern zuwende.

„Auch wir gehören zum Volk Gottes und kennen unser Herz. Wir müssen jeden Tag den Weg finden, um nicht langsam zu den Göttern zu gelangen, also zu den falschen Vorstellungen, Weltlichkeiten und Untreue. Deshalb glaube ich, dass es uns heute gut tut, an den enttäuschten Herrn zu denken und ihn zu fragen: Herr, habe ich dich enttäuscht? Bestimmt habe ich das, aber stellen wir uns trotzdem diese Frage.“

Gott habe ein zärtliches Herz, „wie ein Vater eben“, so der Papst. Jesus habe um Jerusalem geweint, und so müssten auch die Gläubigen sich fragen, ob etwa der Herr auch um sie weine.

„Denken wir heute an diese Enttäuschung Gottes! Er hat uns um der Liebe willen geschaffen, und wir suchen stattdessen die Liebe irgendwo anders. Wir entfernen uns von diesem Gott, der uns groß gezogen hat. Das ist ein Gedanke für die Fastenzeit. Das wird uns allen gut tun. Jeden Tag sollen wir uns fragen: Herr, du hast so viele Träume für mich gehabt und ich weiß, dass ich mich von dir entfernt habe, aber sag mir, wie ich zurück zu dir kommen kann! Und das Überraschende wird sein, dass er immer auf uns wartet, so wie der barmherzige Vater auf den verlorenen Sohn gewartet hat, der dann in der Tat zurückkehrte.“

(rv 30.03.2017 mg)

30/03/2017 11:26