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Schweiz: „Ich widme das Buch allen Missbrauchsopfern“

Daniel Pittets Buch mit Vorwort von Papst Franziskus - RV

13/02/2017 10:27

Das soeben erschienene Buch des ehemaligen Missbrauchsopfers Daniel Pittet aus der Schweiz schlägt hohe Wellen. Das Werk „Ich vergebe Ihnen, Pater“ ist nicht nur wegen des Vorwortes des Papstes in aller Munde, auch der Inhalt zu und die Tatsache, dass die italienische Ausgabe vom Vatikanverlag LEV herausgegeben werden, sorgt für internationale Schlagzeilen.

Pittet ist nicht nur ein ehemaliges Missbrauchsopfer, er war auch Priester, doch mittlerweile ist er verheiratet und Vater von sechs Kindern. Und diese waren auch das ausschlaggebende Argument, das Buch überhaupt zu schreiben, wie Pittet der Westschweizer Zeitung „Le Matin“ sagte:

„Das Buch ist im Grunde vor ein paar Jahren entstanden. Ich hatte ursprünglich nicht an eine Publikation für die breite Öffentlichkeit gedacht, sondern ich wollte meine Geschichte für meine Kinder aufschreiben." Bei einem Gespräch mit dem Verleger Guy Gilbert schlug dieser vor, aus den begonnenen Texten ein Buch für die Öffentlichkeit zu machen. Was ihn zustimmen ließ, erklärt Pittet, war sein Eindruck, „dass Missbrauchsopfer durchaus ihr Schicksal und ihr Leid mitteilen wollen, aber meist gar keine Möglichkeit haben. Es gibt leider so viele Hindernisse. Wenn man keine Unterstützung um sich hat oder spürt, dann ist es schwierig, und man denkt nur als ,nackte Überleben´.“ Er widme dieses Buch gerade jenen Missbrauchsopfern, die nicht die Möglichkeit oder Kraft haben, ihr Schicksal publik zu machen. 

Als Kind wurde Pittet jahrelang von einem Kapuzinerpater missbraucht, der noch lebt und mit vollem Namen im Buch steht. Für das Buch hat ihn Pittet sogar besucht. Es kam zur Aussöhnung.

Verdienen will Pittet an der Veröffentlichung seiner Geschichte nichts. Deshalb werde er die Einnahmen des Buches der Stiftung „Pape François“ spenden. Diese Einrichtung mit Sitz im Schweizer Kanton Wallis hilft Armen und wurde im Rahmen des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit eingeführt. 

(rv/le matin 13.02.2017 mg)

13/02/2017 10:27