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Post vom Papst: Was bei uns Jugendlichen ankommt

Junge Leute in der Kirche - AFP

14/01/2017 12:00

Direkt an die jungen Leute hat Papst Franziskus sich in seinem Brief zur Vorbereitung der Jugendbischofssynode gewandt. Eine neue Art, zu kommunizieren, die ankommt: Das sagen die beiden Praktikanten, die derzeit in der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan tätig sind - Judith Greber und Dag Heinrichowski sind 24 und 25 Jahre alt und somit genau das Publikum, das der Vatikan erreichen will. Sie haben sich darüber unterhalten, was der Papstbrief in ihnen ausgelöst hat.

„Leider kann Papst Franziskus nicht alle Jugendlichen selbst anrufen, darum hat er einen Brief geschrieben. Der Vorteil im Vergleich zu anderen Dokumenten: Der Brief ist knackig kurz,“ sagt Dag Heinrichowski.

„Seine Botschaft kommt an: Wir sollen uns bewegen, keine Angst haben, auf unser Herz hören, das Gewissen nicht unterdrücken, auch mal gegen den Strom schwimmen. Die Personen aus den Bibelstellen, wie Abraham und Jeremia, die der Papst ausgewählt hat, locken heraus, ermutigen und geben Orientierung“, meint Judith Greber.

Besondere Zustimmung findet die Stoßrichtung, die Papst Franziskus gewählt hat: „Der Papst greift ein Thema auf, das wirklich jeden jungen Menschen angeht: Was ist mein Platz in der Welt? Worum geht’s für mich? Wofür schlägt mein Herz? Wie will ich leben? Es ist ein existentielles Thema. Ein Thema, das Zeit braucht. Zeit, die es oft nicht gibt oder die man sich nicht nimmt.“

Zurecht spreche der Papst von einem „Weg der Unterscheidung“ und von Hilfe „durch die Begleitung erfahrener Führer“. Aber gibt es diese Begleitung im Normalfall?, fragt sich Judith. Sind die Jugendlichen eine Priorität in der Kirche? Wird ihnen überall ein offenes Ohr geschenkt? Antworten darauf zu finden werde wohl ein Teil der Vorbereitung auf die Synode sein.

„Schade aber, dass der Begriff ,Berufung´, der in der deutschen Übersetzung im Titel steht, diesen weiten Horizont nicht auf den ersten Blick öffnet, sondern andere Erwartungen weckt und vielleicht sogar abschreckt sich auf den Prozess des Papstes einzulassen,“ gibt Dag zu bedenken.

Nicht nur die Frage nach der Unterscheidung der eigenen Berufung, sondern auch „Glaube“ ist Thema der Synode. Der Papst definiert ihn nicht als Gegensatz zum Zweifeln. Glauben und Zweifeln soll Raum gegeben werden. Der Papst will auch die kritischen Stimmen der Jugend hören, „weil der Herr oft einem Jüngeren offenbart, was das Bessere ist“.

„Auch hier trifft der Papst einen Nagel auf den Kopf: Oft erscheint es als ein Entweder-oder: Entweder Glaube oder Zweifel. Entweder Sensibilität für die Kirche oder Kritik an ihr. Das sowohl-als-auch macht authentisch! Und genauso bringt der Papst es rüber,“ lobt Dag.

Es lohnt sich also, sich mit dem Brief von Papst Franziskus auseinander zu setzen, so das Resümee. „Leider kommt der Fragebogen erst Anfang März“, bedauert Judith, „aber vielleicht hört der Papst ja Radio Vatikan und bekommt unsere Antwort auf seinen Brief.“

(rv 13.01.2017 jg/dh)

14/01/2017 12:00