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Papstmesse: „Christus in die Mitte des Lebens stellen!“

Papst Franziskus - AFP

09/01/2017 12:55

Christliches Leben ist einfach, ausgefallene und schwere Dinge sind nicht erforderlich. Es reicht, Christus in die Mitte unserer alltäglichen Entscheidungen zu setzen. Das sagte Papst Franziskus in seiner ersten Morgenpredigt im neuen Jahr im Gästehaus Santa Marta.

Nach der Weihnachtszeit beginnt nun mit der liturgischen Zeit im Jahreskreis der Alltag. Aber die Mitte des christlichen Lebens, so der Papst, sei immer Jesus, das erste und letzte Wort des Vaters, „der Herr des Universums“, der „Erlöser der Welt. Es gibt keinen anderen, er ist der Einzige.“ „Er ist die Mitte unseres Lebens: Jesus Christus. Jesus Christus, der sich offenbart hat und sich gezeigt hat. Wir sind eingeladen, ihn kennenzulernen, ihn zu erkennen, in unserem Leben, in all den Umständen unseres Lebens. ‚Pater, ich kenne doch das Leben der Heiligen und ihr Auftreten.‘ Das ist gut, die Heiligen sind die Heiligen, sie sind großartig! Die Heiligen sind wichtig, aber die Mitte ist Jesus Christus. Ohne Jesus Christus gibt es keine Heiligen! Und das hier ist die Frage: Ist Jesus Christus die Mitte meines Lebens? Welche Beziehung habe ich zu Jesus Christus?“

Drei Übungen gäbe es, so der Papst, „um sich zu versichern, dass Jesus die Mitte unseres Lebens ist“: Die erste Übung sei, Jesus kennenzulernen, um ihn erkennen zu können. Zu seiner Zeit hätten viele ihn nicht erkannt: „Die Gesetzeslehrer, die Hohepriester, die Schriftgelehrten, die Sadduzäer und einige Pharisäer.“  Im Gegenteil, „sie haben ihn verfolgt, ihn umgebracht!“ Es sei notwendig, sich zu fragen: „Bin ich interessiert daran, Jesus kennenzulernen? Oder bin ich vielleicht mehr interessiert an Seifenopern, Tratsch, Ehrsucht oder daran, das Leben anderer kennenzulernen?“ „Um Jesus kennenzulernen“, erklärte der Papst, „gibt es das Gebet, den Heiligen  Geist.“ Aber es gäbe auch das Evangelium, das man immer bei sich haben sollte, um täglich darin zu lesen: „Das ist die einzige Art, um Jesus kennenzulernen.“ Dann „liegt es am Heiligen Geist, die Arbeit weiterzuführen. Das ist der Samen. Der den Samen zum Keimen und zum Wachsen bringt, ist der Heilige Geist.“

Die zweite Übung sei es, Jesus anzubeten. Ihn nicht nur zu bitten und ihm zu danken. Der Papst schlägt zwei Weisen vor, Jesus anzubeten: „Das anbetende Gebet in Stille“ und „das von unserem Herz wegzunehmen, was wir sonst anbeten, was uns mehr interessiert. Nein, nur Gott.“ „Die anderen Dinge helfen uns nur, wenn sie uns helfen fähig zu werden, Gott anzubeten.“

„Es gibt ein kleines Gebet, das wir beten: ‚Ehre sei  dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist‘, aber oftmals sprechen wir es wie ein Papagei. Aber dieses Gebet ist Anbetung! ‚Ehre‘: Ich bete den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist an. Mit kleinen Gebeten in Stille vor der Größe Gottes, bete ich Jesus an und sage: ‚Du bist der Einzige, du bist der Anfang und das Ende und mit dir will ich verweilen das ganze Leben, die ganze Ewigkeit. Du bist der Einzige‘. Und das jagt alles davon, was mich hindert, Jesus anzubeten.“

Die dritte Übung sei es, Jesus zu nachzufolgen, unterstrich der Papst in Bezug auf das heutige Evangelium, in dem der Herr die ersten Jünger beruft. Jesus in die Mitte unseres Lebens zu stellen zeige: „Christliches Leben ist einfach, es ist sehr einfach, aber wir brauchen die Gnade des Heiligen Geistes, denn er weckt in uns den Willen, Jesus kennenzulernen, Jesus anzubeten und Jesus nachzufolgen. Und darum haben wir am Beginn im Tagesgebet den Herrn gebeten, zu erkennen, was wir machen müssen und die Kraft zu haben, es auch zu tun. Es ist die Einfachheit des Alltags, denn um Christ zu sein, sind nicht ausgefallene, schwere und überflüssige, sondern einfache Dinge notwendig. Der Herr schenke uns die Gnade, Jesus kennenzulernen, Jesus anzubeten und Jesus nachzufolgen.“

(rv 09.01.2017 dh)

09/01/2017 12:55