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Nigerianischer Erzbischof: „Wir sind gegen Aufzwingen einer Sexkultur“


RealAudioMP3 Am Mittwoch befassten sich die Teilnehmer nach Angaben des Vatikansprechers Federico Lombardi auch mit den besonderen Problemen von Familien im Zeitalter der Globalisierung und der Krisen. Dabei kamen insbesondere Redner aus afrikanischen Bistümern zu Wort. Dort bestehe die Gefahr, dass ein starker westlich-säkularer Einfluss die religiösen und kulturellen Traditionen der afrikanischen Katholiken zerstöre, sagte der Erzbischof der nigerianischen Diözese Jos, Ignatius Kaigama. Dies betreffe insbesondere die massive Propagierung der Empfängnisverhütung.

Afrikas Familien sind „manchmal perplex“, wie sich die westliche Sexualkultur auf ihrem Kontinent verbreitet. Das sagte der nigerianische Erzbischof von Jos, Ignatius Ayau Kaigama, im Vatikan. Er nimmt als Synodenvater an der Generalversammlung der Bischofssynode teil. Die Tatsache, dass die afrikanischen Länder seit Jahrzehnten das koloniale Joch abgeschüttelt hätten, müsse auch akzeptabel machen, dass „Afrikaner selber denken können, was für sie gut ist“, so Kaigama vor der Presse im Vatikan.

„Es gibt immer wieder internationale Organisationen, die uns finanziell helfen wollen und darum bitten, unsere Bevölkerungszahl zu begrenzen. Aber wer sagt denn, dass wir zu viele sind? Das Problem in Afrika ist nicht der falsche Umgang mit Sexualität, sondern die hohe Kindersterblichkeit, die daher herrührt, dass wir schlechte medizinische Versorgung haben. Wenn nun Leute aus dem Westen herkommen und uns mit Geld in der Hand bitten, die Kinderzahl einzudämmen, und uns Kondome schenken wollen, dann muss ich sagen: Das wollen wir nicht. Wir wollen Nahrung, Bildung, gute Straßen und Elektrizität.“

Zum Thema Homosexualität sagt Erzbischof Kaigama, dass die Kirche – auch in Afrika – keinen Menschen diskriminieren oder abweisen wolle. Dies bedeute aber nicht, dass sie das Grundverständnis von Ehe ändern müsse, so Kaigama: Die Ehe sei nur zwischen einem Mann und einer Frau möglich. In Nigeria wurde in diesem Jahr ein Gesetz verabschiedet, das homosexuelle Handlungen verbietet. Die Bischöfe unterstützten dieses Gesetz, bekräftigte der Erzbischof. Doch kritisierten sie gleichzeitig die diskriminierende Haltung der Regierung. Das Gesetz gilt bei Menschrechtsorganisation als "menschenverachtend", dementsprechend ist die Kritik gegenüber den Bischöfen auch groß.

„Das führte zu Missverständnissen, denn wir unterstützen nur die Tatsache, dass an der traditionellen Ehe zwischen Mann und Frau festgehalten wird. Das ist unser religiöser Wert, an dem wir festhalten. Wir sind aber ganz klar dagegen, dass Homosexuelle verfolgt oder diskriminiert werden!“

Die katholische Kirche sei gegen jegliche Kriminalisierung der sexuellen Orientierung, fügte Kaigama an. Deshalb wollen die Bischöfe Nigerias nach seiner Darstellung darauf achten, dass im Land keine Homosexuellen kriminalisiert werden.

„Ich bin davon überzeugt, dass die Bischofssynode auch das Thema Homosexualität, aber auch Polygamie behandeln wird. Das bedeutet aber nicht, dass wir eine Antwort darauf geben können. Wir können lediglich Richtungsweisungen geben. Die schwierigen und kontroversen Fragen müssen mit der Hilfe Gottes angegangen werden. Es ist unsere Aufgabe als Vertreter der Kirche, daraus das Beste zu machen, und zwar immer im Hinblick auf das Wohl der Kirche und das Seelenheil der Gläubigen.“

(rv 09.10.2014 mg)