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Ansprache bei der Willkommensfeier: „Tu Christus dazu!“


Ansprache von Papst Franziskus bei der Begrüßungsfeier mit den Jugendlichen, Copacabana, 25. Juli

Meine jungen Freunde,

„Es ist gut, dass wir hier sind“, rief Petrus, nachdem er Jesus, den Herrn, verklärt und mit Herrlichkeit bekleidet gesehen hatte. Wollen auch wir diese Worte wiederholen? Ich denke schon, denn für uns alle ist es heute gut, gemeinsam um Jesus versammelt zu sein. Er ist es, der uns hier in Rio empfängt und mitten unter uns gegenwärtig wird. Aber im Evangelium haben wir auch die Worte von Gott Vater gehört: „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“ (Lk 9,35). Wenn nun einerseits Jesus derjenige ist, der uns aufnimmt, so müssen andererseits auch wir ihn aufnehmen, auf sein Wort hören. Denn gerade wenn wir Jesus Christus, das Mensch gewordene Wort, aufnehmen, verwandelt uns der Heilige Geist. Er erhellt den Weg in die Zukunft und lässt uns die Flügel der Hoffnung wachsen, um diesen Weg freudig zurückzulegen (vgl. Enzyklika Lumen fidei, 7).

Aber was können wir tun? „Bota fé – Tu Glauben dazu”. Das Weltjugendtagskreuz hat diese Worte während seiner ganzen Pilgerreise durch Brasilien ausgerufen. „Tu Glauben dazu“: Was bedeutet das? Wenn ein gutes Gericht zubereitet wird, und du merkst, dass Salz fehlt, dann „tust“ du noch Salz dazu; fehlt Öl, dann „tust“ du noch Öl dazu … „Dazutun“, d. h. einbringen, eingießen. So ist es auch in unserem Leben, liebe junge Freunde. Wenn wir wollen, dass es wirklich sinnerfüllt ist, so wie ihr es wünscht und verdient, dann sage ich jedem und jeder von euch: „Tu Glauben dazu“ und dein Leben wird einen neuen Geschmack haben, es wird einen Kompass haben, der die Richtung anzeigt. „Tu Hoffnung dazu“ und jeder deiner Tage wird hell sein und dein Horizont wird nicht mehr düster, sondern klar sein. „Tu Liebe dazu“ und dein Leben wird wie ein Haus sein, das auf Fels gebaut ist, dein Weg wird voll Freude sein, denn du wirst viele Freunde treffen, die mit dir gehen. Tu Glauben, Hoffnung und Liebe dazu!

Aber wer kann uns dies alles schenken? Im Evangelium haben wir die Antwort gehört: Christus. „Das ist mein auserwählter Sohn, auf ihn sollt ihr hören!“ Jesus ist es, der uns Gott bringt und der uns zu Gott bringt. Mit ihm verwandelt sich unser ganzes Leben, es wird neu und wir können die Wirklichkeit mit neuen Augen sehen, vom Gesichtspunkt Jesu aus, mit seinen Augen (vgl. Enzyklika Lumen fidei, 18). Daher sage ich euch heute nachdrücklich: „Tu Christus dazu“, nimm Christus in dein Leben hinein und du wirst einen Freund finden, auf den du dich immer verlassen kannst. „Tu Christus dazu“ und du wirst die Flügel der Hoffnung wachsen sehen, um den Weg der Zukunft voll Freude zu beschreiten. „Tu Christus dazu“ und dein Leben wird voll von seiner Liebe sein, es wird ein Leben sein, das Frucht bringt.

Ich möchte heute, dass wir uns alle ehrlich fragen: In wen setzen wir unser Vertrauen? In uns selbst, in die materiellen Dinge oder in Jesus? Wir sind versucht, uns selbst in den Mittelpunkt zu stellen, zu glauben, dass es an uns allein liegt, unser Leben aufzubauen, oder dass Besitz, Geld, Macht es glücklich machen. Aber so ist es nicht! Sicher, der Besitz, das Geld, die Macht können einen Augenblick des Rausches bieten, die Illusion, glücklich zu sein, aber am Ende sind diese Dinge es, die uns besitzen und uns drängen, immer mehr zu wollen, nie genug zu haben. „Tu Christus dazu“, nimm Christus in deinem Leben hinein, setze dein Vertrauen in ihn und du wirst nicht enttäuscht sein! Schaut, liebe Freunde, der Glaube vollbringt in unserem Leben eine Revolution, die wir kopernikanisch nennen könnten, denn er rückt uns aus dem Mittelpunkt heraus und stellt Gott wieder in die Mitte; der Glaube taucht uns in Gottes Liebe ein, die uns Sicherheit, Kraft und Hoffnung gibt. Äußerlich ändert sich nichts, aber tief in unserem Innersten ändert sich alles. In unserem Herzen wohnen Friede, Sanftmut, Herzlichkeit, Mut, Gelassenheit und Freude, die Früchte des Heiligen Geistes sind (vgl. Gal 5,22). Unser Leben wird verwandelt, unsere Weise zu denken und zu handeln erneuert sich, sie wird die Weise des Denkens und Handelns Jesu, des Denkens und Handelns Gottes. Im Jahr des Glaubens ist dieser Weltjugendtag wirklich ein Geschenk und Angebot, um uns noch mehr dem Herrn zu nähern, um seine Jünger und seine Missionare zu sein, um ihn unser Leben erneuern zu lassen.

Lieber Jugendlicher, liebe Jugendliche! „Tu Christus dazu“, nimm Christus in dein Leben hinein. In diesen Tagen wartet er auf dich in seinem Wort, höre aufmerksam auf ihn und in deinem Herzen wird es von seiner Gegenwart warm werden. „Tu Christus dazu“: Er nimmt dich an im Sakrament der Vergebung, um mit seiner Barmherzigkeit die Wunden der Sünde zu heilen. Hab keine Angst, Gott um Vergebung zu bitten. Wie ein Vater, der uns liebt, wird er nie müde zu vergeben. Gott ist reine Barmherzigkeit! „Tu Christus dazu“: Er wartet auf dich in der Begegnung mit seinem Leib in der Eucharistie, dem Sakrament seiner Gegenwart, seines Opfers aus Liebe. Und er wartet auf dich in der Gestalt, im Menschsein so vieler Jugendlicher, die dich mit ihrer Freundschaft bereichern, mit ihrem Glaubenszeugnis ermutigen werden, die dich die Sprache der Liebe, der Güte und des Dienstes lehren werden. Auch du, lieber Jugendlicher, liebe Jugendliche, kannst ein froher Zeuge seiner Liebe, ein mutiger Zeuge seines Evangeliums sein, um in diese unsere Welt ein wenig Licht zu bringen.

„Es ist gut, dass wir hier sind“, dass wir Christus in unser Leben hinein nehmen, Glauben, Hoffnung und Liebe dazutun, die er uns schenkt. Liebe Freunde, in dieser Feier haben wir das Bild Unserer Lieben Frau von Aparecida in Empfang genommen. Mit Maria wollen wir Jünger und Missionare sein. Wie sie wollen wir zu Gott „ja“ sagen. Bitten wir ihr mütterliches Herz um Fürsprache für uns, damit unsere Herzen fähig werden, Jesus zu lieben und dafür zu sorgen, dass andere ihn lieben. Er wartet auf uns und zählt auf uns! Amen.

(rv 25.07.2013 ord)