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Presseschau zur Papstreise: Endlich das „R-Wort“

Papst Franziskus trifft Rohingya-Flüchtlinge in Bangladesch - AFP

02/12/2017 13:37

Von Bangladesch über Indien bis nach Großbritannien und die USA geht ein Aufatmen durch die Presse: „finally“ – „schließlich“ oder „endlich“ – ist an diesem Samstag das dominierende Wort in der Berichterstattung über die Asienreise von Papst Franziskus. Das englische Adverb bezieht sich auf das vielzitierte „R-Wort“, das der Papst bei seinem Besuch in Myanmar und zunächst auch in Bangladesch nicht ausgesprochen hatte: Rohingya. „Schließlich“ oder eben „endlich“ habe Franziskus nun den Begriff Rohingya verwendet, hieß es durchgängig.

Wie der Korrespondent von Radio Vatikan in Bangladesch, Xavier Sartre, erläutert, sei das Thema „Rohingya und Papst“ auf allen Titelseiten zu lesen und zu sehen. Das Treffen des Papstes mit einigen Rohingya-Flüchtlingen am Freitag habe große Wellen geschlagen, so Sartre. Besonders hervorgehoben werde die Tatsachen, dass der Papst sich einerseits für eine muslimische Minderheit eingesetzt habe, gleichzeitig aber auch, dass er sie namentlich genannt habe – was er in Myanmar aus diplomatischen Gründen unterlassen hatte.

Bedrückendes Schicksal der Flüchtlinge

Der Papst habe sehr bedrückt gewirkt, als ihm Flüchtlinge dieser ethnischen Gruppe in Dhaka ihre Schicksale erzählten, schreibt der in Bangladesch erscheinende „Daily Observer“. Bei seinem Besuch in Myanmar hatten die dortigen Machthaber und die katholischen Bischöfe des Landes dem Papst dringend nahegelegt, das Wort Rohingya nicht zu erwähnen und die gewaltsame Vertreibung von mehreren Hunderttausend Angehörigen der muslimischen Minderheit nach Bangladesch nur indirekt anzusprechen.

Ein anderes Thema macht an diesem Tag Schlagzeilen in Bangladesch und sorgt zusammen mit dem Papstbesuch für ein Wechselbad der Gefühle unter den Bürgern von Dhaka. In der Hauptstadt und im ganzen Land herrschen Trauer und Betroffenheit über den Tod von Bürgermeister Annisul Huq. Die „Dhaka Tribune“ nennt ihn „eine der wahrhaft bemerkenswerten Figuren unserer Zeit“. Es sei „eine Tragödie, dass er uns so früh verlassen hat, wo noch so viel Arbeit zu tun gewesen wäre“.

(kna/rv 02.12.2017 mg)

02/12/2017 13:37