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Papst entsetzt über Terroranschlag auf Moschee in Ägypten

Am Ort des Anschlags - EPA

25/11/2017 11:00

Papst Franziskus ist entsetzt über den jüngsten Terroranschlag auf eine Moschee in Ägypten, bei dem mehr als 230 Muslime ermordet wurden. In einem Beileidstelegramm drückte Franziskus, der das Land am Nil in diesem April besucht hatte, seine Solidarität mit dem ägyptischen Volk aus. Er verurteilte den „Akt der Brutalität gegen unschuldige Bürger, die zum Gebet versammelt waren". Die Opfer empfahl Franziskus der Barmherzigkeit Gottes an, ihren Familien wünschte er Gottes Trost. Der Anschlag galt der Al-Rawdah-Moschee auf dem Nord-Sinai und geht mutmaßlich auf das Konto von Terroristen des sogenannten „Islamischen Staates“.

„Nichts kann ein solches Massaker rechtfertigen“, sagte im Gespräch mit Radio Vatikan auch Kardinal Jean Loius Tauran, der Präsident des päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog. „Wir werden niemals aufhören zu wiederholen, dass der Terrorismus eine perverse und grausame Wahl ist. Umso verwerflicher, wenn die Opfer Menschen im Gebet sind, an einem Kultort! Ich möchte im Namen des Dialogrates unser Beileid bekunden für die Familien, die ihre Toten beweinen, und unsere Solidarität mit den Verletzten.“

Auch der Botschafter des Heiligen Stuhles in Ägypten, Erzbischof Bruno Musarò, sprach von einer nicht hinzunehmenden Tat. Gegenüber der Agentur SIR hob der päpstliche Diplomat hervor, die erste Verurteilung der islamistischen Terrorattacke sei von der Al-azhar-Universität gekommen. Die Hochschule in Kairo ist die wichtigste Lehrautorität für den sunnitischen Islam, und Franziskus hatte sie im April zu einer Konferenz über Frieden zwischen den Religionen besucht.

Erst vor kurzem hatte er zum wiederholten Mal den Großimam von Al-azhar in Audienz empfangen, wie Kardinal Tauran erwähnt. „Papst und Imam haben dabei festgehalten: Es ist nötig, dass alle Glaubenden, alle Menschen, dem Hass abschwören, der Angst und dem Pessimismus nicht nachgeben. Als Christen und Muslime wissen wir, dass nur Gebet, Dialog und Bildung die Herzen ändern können, so dass eine Zukunft im wechselseitigen Respekt, in Liebe und Solidarität möglich wird.“  

Leider unterwandere ein Terrorakt von dieser Art die Bemühungen zum Dialog, „er macht sie zerbrechlicher. Sie sitzen rund um einen Tisch und reden – und dann passiert draußen so etwas. Man wird dann der Naivität beschuldigt. Doch es braucht den Dialog. Denn es gibt nur zwei Alternativen: Dialog oder Krieg.”

Kardinal Tauran selbst war oft in Ägypten zu Gast. Die Menschen in dem Land am Nil wollten nichts Anderes als Frieden, sagte der französische Kurienkardinal. Es sei „ein Volk mit einer großen Tradition: kulturell, intellektuell, zivilisatorisch“, auch deshalb sei dieses Massaker durch die Hand von Terroristen „eine Demütigung für das Land“.

(rv 25.11.2017 gs)

25/11/2017 11:00