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Kenia: Bischöfe wollen Dialogforum

Kenyatta und Odinga mit dem anglikanischen Primas Welby am 5. November in Nairobi - REUTERS

11/11/2017 12:34

Boykott, Demonstrationen, ziviler Ungehorsam: Diese Begriffe schwirren derzeit durch Kenia und sorgen für Unruhe. Seit den (wiederholten) Präsidentschaftswahlen vom 26. Oktober steigt das politische Fieberthermometer im Land. Darum wollen die Bischofe Kenias ein Dialogforum organisieren, das Auswege aus der politischen Krise sondieren soll. Menschenrechtsaktivisten haben beim Obersten Gerichtshof einen Antrag auf Annullierung der Wahl eingereicht, die Präsident Uhuru Kenyatta gewonnen hat – u.a. weil sein Herausforderer Raila Odinga zu einem Boykott des Wahlgangs aufgerufen hatte.

Auf ihrer Vollversammlung am 9. November in Nakuru formulierten die Bischofe eine gemeinsame Erklärung, in der sie dazu aufrufen, nicht mutwillig eine Eskalation der Lage herbeizuführen. „Jeder, der dieses Land liebt, kann die Ungleichheit bei der Verteilung von Ressourcen sehen, den Mangel an politischem Willen, die von extremer Armut betroffenen Regionen wirtschaftlich zu fördern, sowie die Plünderung öffentlicher Mittel, die für Armen und die Entwicklung bestimmt sind, und die Manipulation der Bevölkerung durch einige Politiker und eine Radikalisierung der Politik. Alle diese Gegebenheiten bringen Kenia in das gefährliche Gewässer der Intoleranz und der Wut, die uns alle zerstören könnten", heißt es in der Erklärung. Das Dialogforum soll alle Parteien der Gesellschaft zusammenbringen und konstruktive Lösungsvorschläge erarbeiten.

(kap 11.11.2017 sh)

11/11/2017 12:34