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Frühmesse: „Kirche reinigen beginnt bei uns selbst"

Papst Franziskus bei der Frühmesse am Donnerstag

09/11/2017 11:35

Die Kirche aufbauen, die Kirche bewahren, die Kirche reinigen: eine Meditation über die Grundlagen dessen, was uns als katholische Gläubige eint, hat Papst Franziskus bei der Frühmesse in der Casa Santa Marta vorgelegt. Er ging auf den kirchlichen Weihetag der Lateranbasilika ein, dessen die Kirche an diesem Donnerstag gedenkt. Im Lateran sei die „Mutter aller Kirchen“, so der Papst wörtlich über seinen Bischofssitz, und dieser Titel sei „keine Grundlage für Stolz, sondern für Dienst und Liebe“.

Wer helfen wolle, die Kirche „mitaufzubauen“, müsse immer das Fundament vor Augen haben. Es handele sich hierbei um eine konkrete Person: Jesus Christus.

„Er ist der Eckstein in diesem Gebäude. Ohne Jesus Christus gibt es keine Kirche. Und weshalb? Weil ohne ihn das Fundament fehlt. Und wenn wir uns einmal vorstellen, wir bauen eine Kirche ohne Fundament, was passiert dann? Dann stürzt sie ein. Alles stürzt ein. Ohne den lebendigen Jesus Christus bricht die Kirche zusammen.”

Jeder Gläubige sei ein „lebendiger Stein“ dieses Gebäudes, fuhr Franziskus fort. Jeder sei einzigartig und bereichernd für die Kirche. Deshalb könne die Kirche nicht als ein einförmiges Gebilde gedacht werden. Dies sei keine Kirche.

Der Heilige Geist schafft Harmonie

Die Kirche bewahren: das bedeutet, sich darüber im Klaren zu sein, dass der Heilige Geist in uns wohnt, erklärte Franziskus den zweiten Punkt seines Kirchenverständnisses. Ein dorniger Punkt, weil viele Christen beim Heiligen Geist eine Bildungslücke haben.

„Wie viele Christen wissen heutzutage, wer Jesus Christus ist und wer der Vater ist, weil sie das Vaterunser beten? Aber wenn du vom Heiligen Geist sprichst, dann sagen sie nur, dass es die Taube ist - und das wars. Doch der Heilige Geist ist das Leben der Kirche. Er ist dein Leben, mein Leben. Wir sind der Tempel für den Heiligen Geist. Das geht soweit, dass der Apostel Paulus rät, den Heiligen Geist nicht zu vergrämen, das heißt nicht gegen jene Harmonie zu sein, die der Heilige Geist in uns und der Kirche schafft. Er ist die Harmonie, er schafft sie in diesem Gebäude.“

Schließlich: die Kirche reinigen, ausgehend von uns selbst.

„Wir alle sind Sünder, alle! Wenn es einer von euch nicht ist, dann soll er seine Hand erheben, weil das eine schöne Sache wäre. Wir müssen uns also ständig reinigen, und gleichzeitig auch die Gemeinschaft bedarf einer solchen Reinigung. Das betrifft das Bistum, die christliche Gemeinde, die Gemeinschaft der Universalkirche. Auf diese Weise kann die Kirche wachsen.“

(rv 09.11.2017 mg)

09/11/2017 11:35