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USA: Noch ein Theologe veröffentlicht Papstkritik im Internet

Wieder wählt ein Papstkritiker das World Wide Web, um seine Kritik an Franziskus vorzutragen - AP

02/11/2017 18:18

Das Modell macht Schule: Ein weiterer Kritiker von Papst Franziskus hat seinen Brief an das Kirchenoberhaupt im Internet veröffentlicht. Der US-amerikanische Theologe und Kapuziner Thomas Weinandy, Mitglied der Internationalen Theologischen Kommission im Vatikan, wirft dem Papst unter anderem vor, er schaffe „chronische Verwirrung“, ernenne ungeeignete Bischöfe und schmälere die Bedeutung der katholischen Doktrin. Im Pontifikat von Franziskus sei „das Licht von Glaube, Hoffnung und Liebe nicht abwesend“, aber es sei „zu oft verdunkelt von der Mehrdeutigkeit Ihrer Worte und Handlungen“, schreibt Weinandy dem Papst in seinem auf 31. Juli datierten Brief. Die US-Zeitschrift „Crux“ veröffentlichte den Brief am 1. November. Tags darauf legte der Ordensmann seine theologische Beratungstätigkeit für die US-amerikanische Bischofskonferenz nieder, wie diese am Mittwoch mitteilte.

Schreiben ähnlichen Inhalts an Papst Franziskus wurden bereits mehrfach im Internet veröffentlicht, so etwa der „Dubia“-Brief von vier Kardinälen, die im November 2016 vom Papst Klarstellungen über sein Schreiben „Amoris Laetitia“ verlangten. Im September 2017 bezichtigten 62 Theologen und Priester in einer „kindlichen Zurechtweisung“ den Papst via Internet, Irrlehren zu fördern. Auch frühere Päpste zogen Kritik auf sich, doch hatten die Verfasser solcher Eingaben nicht die Möglichkeit, sich über soziale Medien weltweit Gehör zu verschaffen. Ebenfalls über elektronische Medien formiert sich inzwischen eine Verteidigungsbewegung für Papst Franziskus. So haben in wenigen Wochen mehr als 1.100 Persönlichkeiten und weitere 40.000 Gläubige aus allen Teilen der Welt eine Initiative namens „Pro Pope Francis" unterzeichnet.

Thomas Weinandy gehört seit 2014 und turnusgemäß noch bis 2019 der Internationalen Theologischen Kommission an, die der vatikanischen Glaubenskongregation zuarbeitet. Die Mitglieder der Kommission werden vom Papst ernannt, und zwar jeweils auf Vorschlag des Präfekten; bei Weinandys Ernennung war das Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

(rv 02.11.2017 gs)

02/11/2017 18:18