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Theologe: Päpste Johannes XXIII. und Franziskus ähneln sich

Ähnlichkeit? Johannes XXIII. und Franziskus

14/10/2017 13:47

Papst Johannes XXIII. und Papst Franziskus ähneln einander in ihrer kirchlichen Reformfreudigkeit und in ihrer Ausrichtung. Daran erinnert nun der argentinische Theologe und Papstberater Carlos María Galli im Gespräch mit Radio Vatikan. Galli hat über kirchliche Reformprozesse publiziert und gilt als einer der profiliertesten Vertreter der in Argentinien entwickelten Theologie des Volkes Gottes, an der sich Papst Franziskus in seinem Amt inspiriert.

Beide Päpste reflektierten „die Zärtlichkeit Gottes“, beide verwiesen schon zu Beginn ihrer jeweiligen Amtszeiten auf die Barmherzigkeit Gottes, sagte Galli. So wie Papst Johannes zu Weihnachten 1958 das römische Gefängnis Regina Coeli besuchte, habe Franziskus am Gründonnerstag 2013 jugendlichen Häftlingen die Füße gewaschen. „1962 empfahl der als der Gute Papst bekannte Johannes XXIII. zu Beginn des Konzils, die Medizin der Barmherzigkeit zu benutzen und den Prügelstock der Strenge in die Ecke zu stellen. Und 2013 sagte Franziskus bei seinem ersten Angelus, Gott ist Barmherzigkeit, er hört niemals auf, uns zu vergeben“. Als drittes Beispiel nannte der argentinische Theologe die besondere Aufmerksamkeit für die Armen, die beiden Päpsten ein Anliegen sei. „In seiner ersten Radiobotschaft zu Beginn des Konzils sagte Papst Johannes, die Kirche müsse in den unterentwickelten Ländern die Kirche aller sein, aber ganz besonders die Kirche der Armen. Und Franziskus sagte sofort nach seinem Amtsantritt vor Journalisten, er wünsche sich eine arme Kirche für die Armen.“

Ziel von Franziskus und Johannes sei es, „dass die Kirche eine Reform ihrer selbst vornimmt“, erläuterte Galli das Anliegen hinter diesen päpstlichen Gesten und Worten. Beide Päpste hätten eine sensible Wahrnehmung dafür, „wie zentral der barmherzige Blick Gottes im Leben der Christen und in der Sendung der Kirche“ sei. Franziskus habe gar von einer „Revolution der Zärtlichkeit Gottes“ gesprochen und von der Kirche als „Mutter“. Der argentinische Papst liege damit, wie der Theologe weiter ausführte, ganz auf der Linie des II. Vatikanischen Konzils und des „Reformpapstes“ Johannes XXIII. Das bringe die Kirche zu der Herausforderung, „eine Kirche der Zärtlichkeit zu sein, eine Kirche für das 21. Jahrhundert“.

Galli ist ordentlicher Professor für Theologie an der Katholischen Universität von Buenos Aires. 2014 berief ihn Papst Franziskus als Mitglied an die Internationale Theologische Kommission im Vatikan, die an der Glaubenskongregation angesiedelt ist.

(rv 14.10.2017 gs)

14/10/2017 13:47