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Vatikan: „Superheld Franziskus“ wirbt auf T-Shirts Spenden ein

Superman-Papst Franziskus - RV

09/10/2017 17:35

Franziskus als „Superheld“, der im dynamischen Flugmodus die Werte Jesu in die Welt trägt: Das bekannte Graffito mit dem Papst als Superman prangt nun auf T-Shirts, die mit dem Segen des Vatikans für einen guten Zweck verkauft werden. Das bestätigte der Chef des vatikanischen Kommunikationssekretariats, Dario Edoardo Viganò, gegenüber Radio Vatikan. Ein Teil der Verkaufserlöse fließe in päpstliche Spendenprogramme wie den Peterspfennig.

Erhältlich ist das T-Shirt für 19 Euro auf der Webseite superpope.it. Die Ideengeber waren auf Viganò zugegangen, der die Genehmigung für die Nutzung des Bildes erteilte. Die Rechte für offizielle Papstbilder liegen grundsätzlich bei der Vatikanzeitung „L´Osservatore Romano“, dessen Logo auch auf den T-Shirts zu sehen ist.

Der Künstler: „Offene Türen für das Zeitgenössische im Vatikan"

Vorgestellt wurde das bunte Hemd am Wochenende bei der Cartoon-Messe Romics in Rom. Dort sprachen wir mit dem Schöpfer des Bildes, dem römischen Graffitikünstler Mauro Pallotta. „Ich bin superglücklich und stolz, dass meine Arbeit für ein Benefiz-Vorhaben verwendet wird, das direkt im Peterspfennig landet“, sagte Pallotta. „Und noch stolzer bin ich auf die Tatsache, dass diese Bild im Cartoon-Stil einen Papst darstellt. Offene Türen für die Modernität, für das Zeitgenössische – auch im Vatikan!“

Pallotta hätte nie gedacht, dass eines seiner Straßenkunstwerke einmal ins Bildgedächtnis der Welt eingehen würde. Er habe einfach „einen Papst mit menschlichen und einfachen Zügen“ zeigen wollen: „Mit Brille, Bäuchlein, einem Fußballschal, der aus der Aktentasche herausweht. Aber in einer Pose, die an Superman erinnert. Also ein menschlicher Superheld. Das wurde wahrgenommen als die grafische Synthese eines weit verbreiteten Gedankens.“

Dass das Superhelden-Bild ein entwürdigendes Motiv für einen Papst sein könne, wie manche Kritiker des Graffito bemängelt hatten, findet auch der Kommunikationschef des Vatikan nicht. Papst Franziskus suche die Nähe der Gläubigen und sei stets als Hirte aufgetreten, der um Gebet für seine Aufgabe gebeten habe, erklärt der Präfekt. Trübsal zu blasen sehe der Papst als „nicht christlich“. Schließlich habe Jesus uns gerettet, und eine „mit dieser Gnade gesegnete Menschheit“ sei „farbenfroh und freudig“, so Viganò. Darüber hinaus stelle das freundliche und humorvolle Bildmotiv einen Gegenpol in einer großteils lauten und polemischen Kultur dar.

Für Katholiken mit Stil? Jedenfalls mit Humor

Nicht ganz auszuschließen ist indes, dass Papst Franziskus selbst die T-Shirt-Aktion mit gemischten Gefühlen sieht. In einem Interview hatte er sich einmal just zu diesem Superhelden-Graffito geäußert. „Den Papst als eine Art Superman zu zeichnen, als eine Art Star, scheint mir beleidigend. Der Papst ist einer, der lacht, weint, ruhig schläft und Freunde hat wie alle, ein normaler Mensch“, sagte Franziskus im März 2014 zum „Corriere della Sera“ auf die Frage, ob ihm etwas in seinem öffentlichen Bild nicht gefalle. „Mir gefällt es, unter den Leuten und den Leidenden zu sein und in die Gemeinden zu gehen. Was mir nicht gefällt, sind ideologische Interpretationen, eine gewisser ,Mythos Papst Franziskus‘. Wenn man etwa sagt, ich ginge nachts aus dem Vatikan, um mit den Obdachlosen auf der Via Ottaviano zu essen – das ist mir nie in den Sinn gekommen. Sigmund Freud war es, glaube ich, der sagte, in jeder Idealisierung stecke eine Aggression.“

Das Superman-Shirt kann in verschiedenen Farben und in Modellen für Männer, Frauen und Kinder auf der Webseite bestellt werden. Die Vorderseite ziert jeweils der lachende Superpapst mit hochgereckter Faust im Flug und einer Aktentasche mit der Aufschrift „Werte“ (das spanische Original „valores“ heißt allerdings auch: Wertpapiere). Auf der Rückseite stehen Papst-Zitate wie „Gottes Name ist Barmherzigkeit“.

Mauro Pallottas Graffito war 2014 unweit des Vatikans an einer Hausmauer aufgetaucht, wenig später übermalte es die römische Straßenreinigung, wie seither mehrmals in ähnlichen Fällen. Dennoch erlangte das Papstbild enorme Bekanntheit dank der sozialen Medien und wohl auch seiner Aussage. Der Päpstliche Medienrat verbreitete damals einen Schnappschuss des Super-Papstes über den Kurznachrichtendienst Twitter. 

(rv 09.10.2017 pr)

09/10/2017 17:35