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Frühmesse: „Ich bin ein Sünder. Das ist unser aller erster Name"

Franziskus bei der Frühmesse

06/10/2017 12:30

„Gott ist im Recht; uns aber treibt es bis heute die Schamröte ins Gesicht“, heißt es in der Tageslesung aus dem Buch des Propheten Baruch (vgl. Bar 1, 15-22) und das war auch der rote Faden in der Predigt des Papstes bei der Frühmesse an diesem Freitag in der vatikanischen Casa Santa Marta. Die Sünde betreffe alle, so der Papst. Sie mache nicht vor Mächtigen oder Gläubigen halt.

„Niemand kann von sich behaupten: ,Ich bin im Recht´ oder ,Ich bin nicht wie jener´. Ich bin ein Sünder. Ich würde sogar sagen, dass dies unser erster Name ist, denn jeder von uns ist ein Sünder. Aber wieso sind wir Sünder? Weil wir nicht gehorcht haben – und zwar immer im Verhältnis zum Herrn gesprochen. Er hat das eine gesagt, wir haben das andere getan. Wir haben nicht auf seine Stimme gehört. Wie oft hat der Herr zu mir gesprochen und wie oft habe ich nicht auf ihn gehört! Er hat durch die Eltern, durch die Katecheten, durch die Kirche, durch die Predigt zu uns gesprochen, aber auch in unsere Herzen.“

Doch die Menschen hätten dagegen rebelliert und das sei die Sünde schlechthin, so der Papst. Dies führe zu den „kleinen falschen Schritten“, die jeder täglich begehe. Die Sünde mache das Herz krank.

„Das ist nicht einfach ein schmutziger Fleck, den man wegwischen kann. Sonst würde es ja reichen, einfach in den Waschsalon zu gehen. Nein, die Sünde ist ein rebellisches Verhalten gegen den Herrn. Das ist an sich schon schlecht, aber noch schlimmer ist es deshalb, weil es gegen den Herrn gerichtet ist, der ja gut ist. Und wenn ich daran denke, dann werde ich nicht depressiv, sondern fühle nur eines: Scham. Das ist jene Unehre, die der Prophet Baruch beschreibt. Diese Scham ist aber eine Güte.“

Und diese Scham führe auch zur Heilung, sagte der Papst und lud die Anwesenden ein, „sich vor dem Herrn beschämt zu fühlen“.

„Denn wenn uns der Herr auf diese Weise sieht, beschämt für das, was man getan hat und mit Demut, um Vergebung bittet, dann kann der Allmächtige auch die Sünden tilgen und uns umarmen. Er streichelt uns und vergibt uns. Das ist der Weg, um die Vergebung zu erhalten, wie es uns heute der Prophet Baruch lehrt. Loben wir dem Herrn, weil er seine Allmacht gerade durch die Barmherzigkeit und die Vergebung zeigt.“

(rv 06.10.2017 mg)

06/10/2017 12:30