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Frühmesse: Auf den Trost des Herrn warten

Morgenmesse mit Papst Franziskus

25/09/2017 13:52

Christen sollten auf den Trost des Herrn warten, mit ihm rechnen, ihn gut in Erinnerung behalten: Dazu hat Papst Franziskus bei seiner Frühmesse an diesem Montag geraten. In der Kapelle Santa Marta im Vatikan ging er bei seiner Predigt von der Lesung aus dem Buch Esra aus. Sie schildert, wie das Volk Israel auf Geheiß des Perserkönigs Kyros im Jahr 539 vor Christus aus dem Exil zurückkehren darf nach Jerusalem.

Der Herr habe damals „sein Volk besucht und es zurückgebracht nach Jerusalem“, formulierte der Papst. Dieses Wörtchen „besuchen“ spiele eine wichtige Rolle in der Heilsgeschichte, denn in gewisser Hinsicht sei „jede Befreiung, jede rettende Tat Gottes so ein Besuch“.

„Wenn der Herr uns besucht, dann bringt er uns Freude, er versetzt uns in einen Zustand des Trostes. Ja, sie haben (wie der Psalm formuliert) in Tränen gesät, aber jetzt ernten sie in Freude, jetzt tröstet uns der Herr und gibt uns diesen geistlichen Trost. Und dieser Trost ist nicht nur etwas, das damals passiert ist – er ist eine Stufe im geistlichen Leben eines jeden Christen, das lehrt uns die ganze Bibel.“

Jeder Christ könne also mit dem „Besuch“ Gottes rechnen: Es werde „schwächere und stärkere Momente“ geben, aber „der Herr wird uns seine Anwesenheit spüren lassen“, versprach Franziskus. Darauf gelte es mit der „demütigsten aller Tugenden“ zu warten, voller Hoffnung nämlich. Hoffnung sei „immer klein, aber manchmal ist sie stark, obwohl sie wie Glut unter der Asche versteckt ist“. Wenn ein Christ nicht „in Spannung“ auf den Trost Gottes hin lebe, sei er „verschlossen“, „ins Magazin gestellt“.

„Der Trost des Herrn berührt dich von innen, er rührt dich an und gibt dir ein Mehr an Liebe, an Glauben, an Hoffnung, er bringt dich auch dazu, über deine Sünden zu weinen. Und auch, wenn wir auf Jesus und seine Passion schauen: mit Jesus weinen… Er erhebt deine Seele zu den Dingen des Himmels, zu den Dingen Gottes, er beruhigt dir auch die Seele mit dem Frieden des Herrn. Das ist der wahre Trost. Er ist kein Entertainment - nichts gegen Entertainment, das ist nicht immer von Übel, wir sind Menschen – aber der Trost nimmt dich auf, und dann wird die Anwesenheit Gottes fühlbar, und man anerkennt: Das ist der Herr.“

Der Papst rief dazu auf, für den Trost Gottes, für seinen Besuch zu danken.

„Es stimmt, der Trost ist stark, aber man kann ihn nicht so stark aufheben – er ist nur ein Moment. Aber er hinterlässt Spuren. Diese Spuren gilt es zu erhalten und sie in der Erinnerung aufzubewahren. So hat es das Volk Israel bei seiner Befreiung aus dem Exil gehalten: Wir sind nach Jerusalem zurückgekehrt, weil er uns befreit hat. Auf den Trost warten, den Trost erkennen, den Trost in Erinnerung behalten. Und wenn dieser starke Moment vorbeigeht, was bleibt? Der Friede. Und der Friede ist die letzte Stufe des Trostes.“

(rv 25.09.2017 sk)

25/09/2017 13:52