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Syrien: „Fundamentalismus noch in den Herzen der Menschen“

Schüler in einer zerstörten Schule in Aleppo - REUTERS

22/09/2017 14:22

Aleppo blüht langsam wieder auf. Soweit die gute Nachricht. Doch zerstörte Häuser müssen wieder aufgebaut werden, junge Syrer brauchen Lehrer und der islamistische Fundamentalismus ist noch nicht ganz überwunden. Das ist die andere Realität, die in der syrischen Stadt vorhanden ist. Pater Ibrahim ist Pfarrer der katholischen Pfarrei „Franz von Assisi“ in Aleppo. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er, dass die katholische Kirche helfe, so gut es gehe. Man könne nicht übersehen, dass eine gesamte Generation zerstört sei und viel Leid und Schmerz seien noch vorhanden.

„Es gibt noch etliche Symptome und Traumata des Krieges. Da wundert es nicht, dass auch Misstrauen gegenüber Bildungsprojekten vorherrscht, die wir anbieten“, so Pater Ibrahim. Sein derzeitiges Projekt: ein Nachmittagsprogramm an den Schulen, bei dem auch Psychologen und Ärzte eingebunden sind; denn neben Unterricht in Lesen und Schreiben braucht es auch professionelle Hilfe, um psychische Probleme anzugehen.

Aleppo war vor dem Krieg eine berühmte Universitätsstadt, bis zu 60.000 Studenten besuchten die renommierten Bildungseinrichtungen. Die Gesellschaft sei in Aleppo heute weiterhin von „Gewalt und Hass“ geprägt, räumt der Pater ein. In „vielen Herzen“ sei immer noch das „Konzept der islamistischen Fundamentalisten“ eingenistet. „Das ist nicht verschwunden und immer noch da. Deshalb versuchen wir als Religionsführer – sei es auf christlicher, sei es auf muslimischer Seite – vor allem im Bildungsbereich vorzugehen“, so Pater Ibrahim. Dies sei kein einfacher Weg, doch als Christ dürfe man die Hoffnung nie verlieren und müsse immer mit Zuversicht auf die Hilfe Gottes rechnen. Im vergangenen Dezember hatte Syriens Präsident Baschar Al-Assad Aleppo zur „von der syrischen Regierung wieder befreite Stadt“ erklärt.

(rv 22.09.2017 mg)

22/09/2017 14:22