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Kolumbien: Venezuelas Bischöfe berichteten Papst über Krise

Erzbischof Baltazar Enrique Porras Cardozo war einer der Bischöfe, die dem Papst in Kolumbien aus erster Hand über die Krise im Nachbarland Venezuela berichteten - RV

08/09/2017 13:34

Eine Gruppe von Bischöfen aus Venezuela hat Papst Franziskus am Donnerstagabend in Bogota von einer „Zuspitzung der Krise" in ihrem Land berichtet. Wie aus einer Mitteilung der Venezolanischen Bischofskonferenz (CEV) hervorgeht, habe Franziskus bei der kurzen Begegnung abseits des offiziellen Programms seine „Nähe zum venezolanischen Volk" und seine Sorge um die derzeitige Krise bekundet. Er verfolge das Geschehen genau und sei sich der schwierigen Lage bewusst.

Die Bischöfe versicherten dem Papst ihren Einsatz für das Volk, insbesondere für die ärmsten Bevölkerungsschichten. Sie seien besorgt darüber, dass tausende Venezolaner das Land verlassen würden, freuten sich aber zugleich über die große Solidarität der Völker Lateinamerikas wie auch deren Bischofskonferenzen. Auch die von Präsident Nicolas Maduro einberufene Verfassungsgebende Versammlung und die Verfolgung von Oppositionellen, Bedrohungen von Priestern und Ordensleuten sowie die Einstellung Sozialer Medien seien Thema gewesen. 

Der Papst habe die Bischöfe darum gebeten und sie dazu ermutigt, das Volk weiterhin zu begleiten wie bisher und für die Verteidigung der Menschenrechte einzutreten, heißt es in der Presseaussendung weiter. 

„Manche Menschen essen Müll"

Der Bischofsgruppe aus Venezuela gehörten die Kardinäle Jorge Urosa Savino und Baltazar Porras Cardozo an, sowie weiters die Bischöfe Jose Luis Azuaje, Mario Moronta und Jesus Gonzalez de Zarate. Kardinal Urosa hatte bereits vor der Begegnung vor Journalisten gesagt, es sei Anliegen der Gruppe, dem Papst die „wahrhaft verzweifelnde" humanitäre Krise Venezuelas darzulegen. „Manche Menschen essen Müll - und andere sterben, da es keine Medikamente gibt", sagte er. Die Maduro-Regierung sei dabei, einen totalitären marxistischen Staat zu errichten.

Die venezolanische Delegation hatte mit anderen ausländischen Bischöfen auf Einladung der Kolumbianischen Bischofskonferenz an dem Gottesdienst teilgenommen. Zuvor hatte der der Vatikan zu Spekulationen über eine Begegnung des Papstes mit venezolanischen Bischöfen betont, es werde kein formelles Treffen stattfinden. Papst Franziskus selbst hatte auf dem Weg nach Kolumbien am Mittwoch zum Gebet für Venezuela aufgerufen.

(kap 08.0.2017 gs)

08/09/2017 13:34