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Papst trauert um verstorbenen Ex-Primas Englands

Kardinal Murphy-O´Connor+ - RV

02/09/2017 11:48

Papst Franziskus trauert um den verstorbenen britischen Kardinal Cormac Murphy-O'Connor. Der ehemalige Primas der Katholiken Englands und Wales ist am Freitag verstorben. Er starb wenige Tage nach seinem 85. Geburtstag in einer Londoner Klinik. Der Kardinal leitete 2000 bis 2009 die Londoner Erzdiözese Westminster und war damit ranghöchster Vertreter der rund vier Millionen Katholiken in England und Wales.

In einem Beileidstelegramm an den Nachfolger Murphy-O´Connors, Kardinal Vincent Nichols, schreibt der Papst, dass er dankbar für den Dienst des Verstorbenen an der Kirche sei, den dieser geleistet habe. Auch betont der Papst, wie stark sich Murphy-O´Connor für den Einsatz an den Armen eingesetzt habe und wie mutig er sich um den ökumenischen und interreligiösen Dialog gekümmert habe.

Bekannt wurde Murphy-O'Connor auch durch seine Arbeit als Vizepräsident der Internationalen Anglikanisch-Katholischen Dialogkommission (ARCIC). Mit seinem Humor und seinen differenzierten Stellungnahmen trug Murphy-O'Connor dazu bei, das Ansehen der katholischen Kirche im Mutterland der anglikanischen Reformation zu steigern und Gräben zu überwinden, schreibt die Katholische Nachrichten-Agentur.

Murphy-O'Connor wurde am 24. August 1932 im südenglischen Reading im Südwesten Englands geboren. Er entstammt einer kinderreichen Arztfamilie irischen Ursprungs, studierte und promovierte in Philosophie und Theologie an der Päpstlichen Universität Gregoriana und wurde 1956 zum Priester geweiht.

Nach seiner Einsetzung als Erzbischof von Westminster im März 2000 wurde er traditionsgemäß auch zum Vorsitzenden der Bischofskonferenz von England und Wales gewählt; 2002 erhielt er die Kardinalswürde. Von 2001 bis 2006 war Murphy-O'Connor zudem Vizepräsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE).

Bis zu seinem 80. Geburtstag beriet Murphy-O'Connor die vatikanische Bischofs- und die Missionskongregation bei der Ernennung von Bischöfen in Großbritannien, Afrika, Asien, Amerika und Ozeanien. Zudem visitierte er die nordirische Diözese Armagh und übernahm repräsentative Pflichten des Papstes in Übersee.

Mit Murphy-O'Connors Tod zählt das Kardinalskollegium noch 222 Mitglieder. Davon sind 121 jünger als 80 Jahre und wären somit bei einer Papstwahl stimmberechtigt.

(rv/kna 02.09.2017 mg)

02/09/2017 11:48