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Brasilien: „Antidemokratisch und sehr schädlich“

Mit der Abschaffung des Schutzgebietes Renca könnten mehr Bereiche des Amazonasregenwaldes der Abholzung und dem Raubbau zum Opfer fallen. - AFP

29/08/2017 10:54

Es ist ein Gebiet größer als Dänemark, das Brasiliens Präsident Michel Temer per Dekret für den Bergbau freigegeben hat. Damit sollen der Lebensraum von indigenen Völkern und mehrere Naturschutzgebiete Baggern und Sägen zum Opfer fallen. Oder auch dem politischen Kalkül des Präsidenten. Mehrere Kritiker, darunter auch kirchliche Vertreter, halten das Dekret Temers für den Versuch, die im Parlament einflussreiche Bergbaulobby auf seine Seite zu ziehen. Temers Präsidentschaft steht seit Monaten unter Druck und Brasilien ist in einer Regierungskrise.

Gold, Mangan, Kuper und sehr seltener Metalle: Darum geht es im Kern. Das Dekret, das den Zugang dazu sicher stellen soll, nennen nun in einer ausführlichen Stellungnahme die Bischöfe des Amazonasgebietes „antidemokratisch“ und „sehr schädlich“.

„Das Dekret der Abschaffung des Schutzgebietes Renca verletzt die brasilianische Demokratie”, heißt es in der Stellungnahme der Bischöfe. „Um neue Investoren anzuziehen, hat die brasilianische Regierung nur die Gruppen einbezogen, die die Region ausbeuten wollen“. Unterschrieben ist die Erklärung vom Präsidenten der amazonischen Bischofskonferenz Repam, Kardinal Claudio Hummes, und von dessen Sekretär, dem emeritierten Bischof Erwin Kräutler. Das Dekret missachte die Rechte der ansässigen indigenen Völker, obwohl diese in Artikel 231 der Verfassung von 1988 gesichert seien.

„Der Abbau von Kupfer, Gold, Diamanten, Eisen, Niob und anderen Rohstoffen wird die Abholzung verstärken. Das hat irreparable Folgen für alle Menschen in der ganzen Region“, so die Bischöfe. Außerdem  wirke die weitere Abholzung sich auch auf den gesamten Planeten aus. Hier zitierten die Bischöfe die Papst-Enzyklika Laudato Si, die die Zerstörung der Umwelt auch als Grund für politische Probleme beschreibt. „Wir dürfen die Degradierung von Umwelt und Menschen nicht zulassen. Die Zukunft der kommenden Generationen liegt in unseren Händen“, heißt es in dem Schreiben.

(rv/fides 29.08.2017 jm/ord)

29/08/2017 10:54