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Buchtipp: Gebrauchsanweisung für Populisten

Immer wieder Thema: Wie dem extremistischen Populismus begegnen? - REUTERS

26/08/2017 09:00

Heribert Prantl: Gebrauchsanweisung für Populisten. Eine Besprechung von Pater Bernd Hagenkord

Ein Papstzitat steht im Zentrum des Buches: Heribert Prantl beschreibt in seinem Buch „Gebrauchsanweisung für Populisten“ die Beweggründe, warum Menschen auf einfache Lösungen und Extremismen herein fallen und bemüht Franziskus: Es gehet nicht mehr nur darum, etwas zu haben oder nicht, also um ökonomische Teilhabe an der Gesellschaft, sondern um Ausschluss und damit die Zugehörigkeit zur Gesellschaft. „Menschlichen Abfall“ und „Wegwerfgesellschaft“ nennt das der Papst. Und wer das Gefühl habe, ausgeschlossen zu sein, der verliere dann auch Glauben und Vertrauen in Demokratie und Rechtsstaat.

Es ist ein engagiertes, deutliches und kluges Buch, das der Jurist und Journalist Prantl vorgelegt hat. Dankbar muss man ihm vor allem sein, weil er klar zwischen Populismus und populistischem Extremismus trennt. Allzu oft reicht in der Betrachtung ‚Populismus’ eben nicht aus, der muss auch gar nicht in sich schlecht sein, findet Prantl. Erst wenn er extrem wird, „erniedrigt und abwertet“, wie er schreibt, dann muss man aufstehen und die Dinge beim Namen nennen. Und eine Gebrauchsanweisung haben, und genau das will das Buch sein. In Prantls eigenen Worten: „Die Schrift zeigt, wie der extremistische Populismus funktioniert, wie und womit er sich nährt und wie man ihm also die Nahrung entziehen kann.“

Als Journalist hat der Autor natürlich die ganzen Debatten um Lüge und ‚fake news’ verfolgt, warnt aber davor, die als Grund für den Aufstieg des extremistischen Populismus zu sehen. Wer das tue, erkenne die wirklichen demokratischen und gesellschaftlichen Defizite nicht. An die müsse man heran. Es sind nicht „diffuse Mächte von außen“, sondern Fehler und Fehlentwicklungen im Inneren der Gesellschaft, denen man begegnen müsse.

Wie? Durch Bildung, durch Prävention, durch soziale Sicherheit, durch viel Geld an den richtigen Stellen. Und durch eine „Anti-Angst-Politik“, die erst einmal akzeptiert, dass Menschen mit Sorge in die Zukunft blicken und die Angst „neurotisch wird“, also Maß, Ziel und Grenze verliert. Dazu leistet das kleine Buch einen guten und klugen Beitrag.

Das Buch ist im Ecowin-Verlag erschienen und kostet etwa 14 Euro.

(rv 26.08.2017 ord)

26/08/2017 09:00