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Parolin trifft Kyrill I.: Anknüpfung an Kuba

Patriarch Kyrill und Kardinal Parolin in Moskau - AFP

23/08/2017 09:02

Es war nicht der Papst, aber immerhin sein ranghöchster Vertreter, der am Dienstag den russisch-orthodoxen Patriarchen getroffen hat. Viele hatten sich von der Begegnung Kardinal Pietro Parolins mit Kyrill I. am Sitz des Moskauer Patriarchats Neuigkeiten zu einer möglichen Papstreise nach Russland erhofft – die gab es vorerst nicht, dafür ging es um andere ökumenische Fragen und die Krisen in der Ukraine und im Nahen Osten.

„Ich grüße meinen Freund Kyrill, den Patriarchen von Moskau und ganz Russland“ – diesen brüderlichen Gruß von Franziskus überbrachte der päpstliche Chefdiplomat Parolin Kyrill I. zu Auftakt der Begegnung. „Grazie“, „danke“, antwortete dieser auf Italienisch. In der Begegnung knüpften Parolin und der orthodoxe Patriarch an die Verständigung des Papstes mit Kyrill I. auf Kuba im vergangenen Jahr an: Seine erste Begegnung mit Papst Franziskus im Februar 2016 habe eine „neue Etappe in der Entwicklung unserer Beziehungen“ eingeläutet, hielt Kyrill I. fest, wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti meldete. Auf dieser Grundlage könnten geeignete Vorhaben entwickelt und umgesetzt werden. Kardinal Parolin sagte, sein Besuch in Moskau solle als ein „kleiner Ziegelstein“ diese neuen Beziehungen voranbringen. Geduld sei eine christliche Tugend, fügte er mit Blick auf Journalistenfragen nach zukünftigen Schritten beider Kirchen hinzu.

Ein „kleiner Ziegelstein“ 

Im Gespräch begann man mit einer der „Brücken“, die es zwischen beiden Kirchen gibt und die ausgebaut werden soll: „Die Ökumene der Heiligen ist wahr, sie existiert“, unterstrich Kardinal Parolin mit Blick auf die Ausstellung der Reliquien des Heiligen Nikolaus von Myra in Russland. Der Heilige wird von Gläubigen beider Kirchen verehrt. „Die Heiligen vereinen uns“, führte Parolin aus, „sie helfen uns, die Schwierigkeiten in den Beziehungen der Vergangenheit zu überwinden und immer rascher in Richtung der eucharistischen Einheit zu gehen“. Mit über 2,3 Millionen Besuchern war die Reliquien-Ausstellung in Moskau und Sankt Petersburg überaus erfolgreich gewesen. Mit dem Projekt wurde eine der Vereinbarungen umgesetzt, die Papst Franziskus und Kyrill I. bei ihrer historischen Begegnung auf Kuba im vergangenen Jahr getroffen hatten.

Zweites Thema, der Ukraine-Konflikt. Beide Kirchenvertreter markierten die notwendige friedensstiftende Rolle der Glaubensgemeinschaften in dem Konflikt. „Wenn Menschen im Konflikt miteinander liegen, kann die Kirche keine andere Rolle als die der Friedensstiftung spielen“, hielt Kyrill I. fest. „Konflikte dauern nicht für immer, sie enden früher oder später. Wenn alle sozialen Kräfte in den Konflikt einbezogen sind, wer wird dann die Steine aufsammeln?“ Über die vermittelnde Rolle der Kirchen für „Versöhnung“ in der Ukraine habe man ein „gemeinsames Verständnis“ gefunden, referierte Kyrill, dies schätze man sehr.

Friedensstifter

Weiterer deklarierter Schulterschluss der Kirchen: die Nothilfe im Nahen Osten. „Die Zusammenarbeit der orthodoxen und katholischen Kirche in der humanitären Hilfe für die durch die Konflikte im Nahen Osten leidenden Bevölkerungen kann ein wichtiger Faktor der Einheit sein“, formulierte Kyrill I. Dies könne die Grundlage für gemeinsame Projekte im Nahen Osten sein. De facto sind diese schon auf dem Weg; so hatte etwa bereits im vergangenen Frühjahr eine gemischte Delegation die Krisenregion besucht, um Hilfsprojekte zu koordinieren.

(rv/ ria novosti/ kna 23.08.2017 pr)

23/08/2017 09:02