Artikel lesen Zum Menü

Social Networks:

RSS:

Radio Vatikan

Die Stimme des Papstes und der Weltkirche

Andere Sprachen:

Kirche \ Weltkirche

Kanada: „Unethisches Verhalten“ von Bergbauunternehmen

Kanada - REUTERS

16/08/2017 13:38

Die Kanadische Bischofskonferenz hat international tätigen Bergbauunternehmen des Landes „unethisches“ Verhalten vorgeworfen und von der Regierung schärfere Regulierungen verlangt. „Wir können die unethische Weise nicht akzeptieren, wie kanadische Minenbetreiber in Lateinamerika oder anderen Regionen der Welt vorgehen“, heißt es in einem Brief an Ministerpräsident Justin Trudeau. Sie nähmen offenbar das Fehlen wirksamer Regeln zum Vorwand, ihre ethische Verantwortlichkeit abzugeben, kritisiert die Bischofskonferenz in dem Schreiben, über das der römische Nachrichtenblog „Il Sismografo“ am Mittwoch berichtete.

„Wir haben Berichte gehört, wie Drohungen, Gewalt, Erpressung und sogar Mord benutzt wurden, um den Fortschritt von 'big business' und Industrie voranzutreiben“, schreiben die Bischofe. „Wir können nicht gleichgültig bleiben gegenüber dem Schrei der Armen und den Auswirkungen der Umweltschäden auf unser gemeinsames Haus.“ Bei Kontrolle, Gewinnung, Verarbeitung und Handel der Bodenschätze würden bewaffnete Gruppen bezahlt, die mit Gewalt die besonders verwundbaren Bevölkerungen behinderten und gefährdeten.

Wiederholte Mahnungen der Kirche

Schon seit Jahren beobachte die Kirche mit Besorgnis die Ausbeutung von Land, von indigenen Völkern und armen Gemeinden durch kanadische Bergbaugesellschaften, kommentierte Bischof Douglas Crosby von Hamilton, der Vorsitzende der Bischofskonferenz, das Schreiben. Es war auch an den Außen-, den Umwelt- und den Indigenen-Minister des Landes gerichtet.

Schon früher hatten Kirchenvertreter öffentlich bedauert, dass die kanadische Regierung Bergbauunternehmen diplomatisch wie auch finanziell unterstütze, auch wenn sie erwiesenermaßen in Menschenrechtsverletzungen verwickelt seien. In zahlreichen Ländern Lateinamerikas gingen die Unternehmen rücksichtslos gegen Natur und betroffene Anwohner vor, lautete die Kritik von kirchlicher Seite.

(kap 16.08.2017 cs)

16/08/2017 13:38