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Naher Osten: „Chaos ist größte Gefahr für die Christen“

Der Patriarch der syrisch-katholischen Kirche Ignace III. Younan - ANSA

11/08/2017 13:05

Sie stehen den verschiedenen christlichen Kirchen des Orients vor und leben in einer der kriegerischsten Gegenden der Welt: Im Libanon hat sich diese Woche der katholische Rat der Patriarchen des Orients getroffen. Schwerpunkt des Treffens war die Lage der Christen im Nahen Osten. Der Patriarchenrat hatte sich in den vergangenen Jahren für eine Sensibilisierung in Hinblick auf die schwierige Lage der Christen im Nahen Osten stark gemacht. Dass es jetzt zu einem Treffen des Rates kam, ist insofern eine Sensation, weil in den vergangenen Jahren etliche Patriarchen gar nicht teilnehmen konnten. Beispielsweise waren die Vertreter der Christen im Irak oder Syrien verhindert. Bei dem jetzigen Treffen im Libanon ging es um pastorale Themen, aber auch politische und soziale Bereiche wurden angesprochen, wie Patriarch Ignace III. Younan von Antiochien, der die syrisch-katholische Kirche leitet, gegenüber Radio Vatikan sagt.

„Wir sind uns darüber einig geworden, dass es wichtig ist, zum jetzigen Zeitpunkt ein Wort der Hoffnung zu verkünden. Dies richten wir an unsere Gläubigen und Gemeinschaften. Sie leben in einer sehr schwierigen Zeit, doch wo Gott uns prüft, da schenkt er auch seine Güte. Wir fühlen uns als Zeugen unseren Glaubens und das soll uns auch für die Zukunft stärken.“

Aufmunternde Worte, die aber nicht die Probleme und Hindernisse überdecken sollen, wie der syrisch-katholische Patriarch hinzufügt. „Wir haben auch die Pflicht, an die Zukunft unserer Kirche zu denken. Da sind wir auf die Unterstützung der internationalen Staatengemeinschaft sowie auf die Weltkirche angewiesen. Wir sind bereit, unser Blut für den Herrn zu opfern, doch wir akzeptieren nicht, dass unsere Kirchen für andere Zwecke geopfert werden.“

Damit meint Patriarch Younan die politischen Abmachungen, die die westliche Großmächte mit den örtlichen und regionalen Machthabern treffen. Die Christen als Minderheit in der Region fühlten sich oft als Spielball missbraucht und fürchten nun, dass diese Tendenz nach dem Wiederaufbau des Iraks und Syriens nochmals verstärkt werden könnte.

„Das Chaos ist die größte Gefahr für die Christen im Nahen Osten. Das gilt auch für andere Minderheiten hier. Denn die autochthonen Gruppen haben das Anrecht, zu existieren und zu überleben“, so Patriarch Younan.

(rv 11.08.2017 mg)

11/08/2017 13:05