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Niederlande: „Euthanasie-System ist entgleist"

Immer weniger braucht es anscheinend zum Sterben - ANSA

20/07/2017 13:31

Ein Psychiater, der als Vorkämpfer der liberalen Euthanasiegesetze gilt, zeigt sich erschrocken über die Entwicklungen der Sterbehilfe in seinem Land. Das System in den Niederlanden sei „entgleist", kritisierte Boudewijn Chabot in einem Gastbeitrag für die Tageszeitung „NRC Handelsblad“. Laut offiziellen Zahlen kam es 2015 in den Niederlanden zu gut 7.250 sogenannten unterstützten Todesfällen, also rund 20 pro Tag. Besonders stark stieg die Kurve bei Demenzpatienten und solchen mit psychiatrischen Krankheiten. Chabot kritisiert, die gesetzlichen Schutzmaßnahmen für die Sterbehilfe würden langsam wegbrechen, Menschen mit psychiatrischen Leiden oder Demenz würden nicht mehr ausreichend geschützt.

Schon zu Jahresbeginn hatte Chabot als einer von rund 200 niederländischen Ärzte in einer Petition öffentlich gegen Euthanasie bei fortgeschrittener Demenz protestiert. „Unsere moralische Abneigung, das Leben eines wehrlosen Menschen zu beenden, ist zu groß", schrieben die Ärzte. Sie wehrten sich, jemandem bloß aufgrund einer Patientenverfügung aktive Sterbehilfe zu leisten, ohne aktuelle mündliche Zustimmung.

(kap 20.07.2017 gs)

20/07/2017 13:31