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Bosnien Herzegowina: Katholiken fast verschwunden

Kardinal Vinko Puljic ist Erzbischof von Sarajewo - AFP

16/07/2017 09:34

Die bosnischen Bischöfe schlagen Alarm: wegen sozialen, politischen und wirtschaftlichen Problemen sinkt die Zahl der Katholiken in dem Balkanland rapide. Wenn es so weiter geht, dann werden in Kürze fast keine Katholiken mehr in Bosnien Herzegowina leben. Dieses harte Urteil stammt vom bosnischen Kardinal Vinko Puljić, der dies zum Abschluss der 70. Vollversammlung der bosnischen Bischofskonferenz diese Woche gesagt hat. Auch der Bischof von Banja Luka, Franjo Komarica, pflichtet ihm bei und fügte an, dass die Katholiken in Bosnien „ohne einen seriösen internationalen Einsatz komplett aus dem Land verschwinden werden.“ Die größten Herausforderung in dem vom Balkankrieg der 90er Jahren geprägten Land seien weiterhin das friedliche Zusammenleben zwischen den verschiedenen Ethnien sowie die Förderung der Menschenrechte für alle. Positiv bewerteten die Bischöfe den Einsatz der Caritas in Bosnien. Sie helfe allen und sei diesbezüglich sehr erfolgreich.

Kardinal Puljić, der auch Vorsitzender der bosnischen Bischofskonferenz ist, sagte, dass es „eine böswillige Strategie im Land gebe, die zum Ziel habe, den Hass zu schüren und vor allem die Kirche zum Schweigen zu bringen“. Dies sei nicht hinnehmbar. Er verteidigte Bischof Komarica, der in jüngster Zeit mehrere Angriffe und Vorwürfe einstecken musste. Ihm wird vorgeworfen, beim Wiederaufbau von Häusern von ausgewanderten Bosnier illegal mitgewirkt zu haben. Bischof Komarica sei aber „ein Vorbild für Gerechtigkeit und für die Hilfe an Bedürftigen“, so Kardinal Puljić.

Neben den sozialen und interethnischen Spannungen ist vor allem die wirtschaftliche Situation ein großes Problem: die Arbeitslosigkeitsrate liegt bei 40 Prozent. Viele Familien und Jugendliche lebten unter sehr prekären Lage. Deshalb wolle die katholische Kirche in Bosnien die Tätigkeit der Caritas weiter stärken. Das Risiko, dass viele auswanderten, bleibt dennoch hoch. Die Mischung aus sozialen Spannungen und wirtschaftlichen Problemen führe dazu, dass vor allem die Katholiken das Land verließen.

(rv 16.07.2017 mg)

16/07/2017 09:34