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Vatikan: „Es braucht einen Kulturwandel"

Kardinal Kevin Farrell - ANSA

13/07/2017 10:13

„Dies ist ein Moment im Leben der Kirche, in dem wir wirklich das umsetzen können, was das Zweite Vatikanische Konzil über die Rolle der Laien in der Kirche gesagt hat“: Kardinal Kevin Farrell, Leiter des Dikasteriums für Laien, Familie und das Leben, beklagt in einem Interview mit dem katholischen America-Magazin, dass sich diese Umsetzung immer wieder verzögert habe - „aus verschiedenen Gründen“. Es hätte immer wieder Missverständnisse und Verwirrung gegeben, zu viel Streit unter den Katholiken.

Er selber sei überzeugt davon, dass die Zukunft der Kirche von den Laien abhänge, so der Kardinal, der Papst teile diese Meinung. Auf die Frage, warum er einen Priester zum Sekretär seiner Behörde gemacht habe, obwohl die Statuten auch einem Nichtpriester diese Position ermöglicht hätten, wies Farrell auf die notwendige Qualifikation und Kenntnis des Kirchenrechts hin. „Die Person muss sowohl die geistlichen Bewegungen verstehen wie auch Kirche und Kirchenrecht kennen“. Es sei schwierig gewesen, qualifizierte Personen zu finden, welche die Leitungspositionen übernehmen wollten, zumal Farrell seine Behörde gleichzeitig auch internationalisieren will.

Die Errichtung seiner Behörde sei mehr als nur eine organisatorische Maßnahme gewesen, der Vatikan müsse sich den geänderten Umständen anpassen, so der Kardinal: „Es braucht einen Kulturwandel im Bezug auf das, was wir tun und wie wir es tun“.

Es sei nicht Aufgabe des Vatikans, Bischöfen zu sagen, was sie zu tun hätten, so Farrell weiter. In seiner Position als Bischof von Dallas im US-Bundesstaat Texas habe er dem Vatikan das immer übel genommen, wenn solche Anweisungen gekommen seien. Dialog und Hören seien die beiden Losungen, die er in seiner Behörde ausgegeben habe.

Angesprochen auf das Papstschreiben ,Amoris Laetitia' über die Familie weist Kardinal Farrell darauf hin, dass er während der bisherigen acht Ad Limina-Besuche von Bischofskonferenzen in Rom, die er erlebt habe, bisher kein einziges negatives Wort über den Text gehört habe. Kritik sei normal, auch gebe es „einige Bischöfe, die Angst haben, sich zu öffnen und zu einer Kirche zu werden, die barmherziger ist.“ Im Leben gebe es keine einfachen und fertigen Antworten, erinnert der Leiter des Dikasteriums für Laien, Familie und das Leben.

(america 13.07.2017 ord)

13/07/2017 10:13