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Kirchliche Vermittlung in Korea: Papst schickt Kardinal

Kardinal Rosa Chavez am Grab von Oscar Romero - REUTERS

10/07/2017 09:31

Frieden steht ganz oben auf der Liste der Wichtigkeiten des Papstes, ob nun Kolumbien oder Syrien oder Zentralafrika. Jetzt hat Papst Franziskus auch einen Vermittler für den Bruderkrieg zwischen Nord- und Südkorea ernannt, es ist der frisch berufene Kardinal Gregorio Rosa Chavez aus El Salvador.

Bei einem Gottesdienst mit Bischöfen des Landes gab der Kardinal diese Nachricht bekannt. Er solle in Kürze nach Seoul reisen, um sich dort über die aktuelle Situation zwischen den beiden Nachbarländern zu informieren, so der gerade erst ernannte Kardinal.

In den vergangenen Wochen hatte Nordkorea die umliegenden Staaten immer wieder mit Raketentests beunruhigt, zuletzt hatte das völlig von der Außenwelt abgeschlossene Land am 4. Juli – dem US-Unabhängigkeitstag – eine Rakete getestet und behauptet, diese sei fähig, auch den amerikanischen Kontinent zu erreichen.

Drohungen aus dem Norden

Die USA und Südkorea reagierten mit Militärübungen. Südkoreas Präsident Moon Jae-in will aber gleichzeitig zu den militärischen Drohungen den Dialog mit dem Norden nicht abreißen lassen, in Südkorea ist man über eine mögliche militärische „Lösung“ des Konflikts besorgt, die Hauptstadt Seoul mit ihren über 20 Millionen Einwohnern liegt nur wenige Kilometer von der Grenze entfernt und würde erstes Opfer eines Angriffs aus dem Norden.

Die USA unter Präsident Donald Trump dagegen drohen weiter, wie üblich über den Kurznachrichtendienst Twitter teilte Trump am vergangenen Donnerstag mit, man denke über „ernsthafte Dinge“ in Bezug auf die Bedrohung aus Nordkorea nach. Was das genau bedeuten solle, twitterte Trump nicht.

Vermittlung aus Zentralamerika

Zu Hause ist der neu ernannte Friedensvermittler der Kirche Weihbischof der Hauptstadt und vor allem durch sein starkes Engagement für die Heiligsprechung von Erzbischof Oscar Arnulfo Romero bekannt. Rosa Chavez war Mitarbeiter des 1980 ermordeten Bischofs und wird seitdem nicht müde, für die Anerkennung als Märtyrer und Heiliger zu arbeiten. Er hatte 1990 das Seligsprechungsverfahren in Gang gebracht, dass Papst Franziskus 2015 zum Abschluss durch die Seligsprechung brachte. Jetzt also soll Kardinal Rosa Chavez in Korea vermitteln.


(kna/rv 10.07.2017 ord)

10/07/2017 09:31