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GB: Religionsvertreter verurteilen Anschlag auf Muslime

Blumen erinnern an den Anschlag in Finsbury Park - AFP

19/06/2017 15:51

Spitzenvertreter aller Religionen haben einen islamfeindlichen Anschlag auf Moscheebesucher im Londoner Stadtteil Finsbury Park verurteilt. Ein Kleinbus war am Montag kurz nach Mitternacht in eine Menschengruppe vor der Moschee gerast. Die Gläubigen waren zum Abendgebet im Fastenmonat Ramadan zusammengekommen und kümmerten sich gerade um einen bewusstlos gewordenen Mitgläubigen. Ein Mensch kam ums Leben, zehn weitere wurden verletzt. Bei allen Opfern handelt es sich um Muslime. Ob der Tote durch den Aufprall ums Leben kam oder schon vor dem Anschlag verstarb, konnte noch nicht geklärt werden.

Augenzeugen berichteten, der 48-jährige Fahrer des gemieteten Kleinbusses habe gerufen: „Ich will alle Muslime töten.“ Bei seiner Verhaftung durch die Polizei rief er angeblich, er bereue seine Tat nicht und würde es wieder tun. Der Generalsekretär des britischen Islamrates, Harin Khan, forderte eine Verstärkung der Sicherheitsvorkehrungen rund um Moscheen. Seit den jüngsten Terroranschlägen in Manchester und London hätten Muslime verstärkt unter Islamophobie und Diskriminierung zu leiden.

Der Primas der anglikanischen Kirche von England, Erzbischof Justin Welby, nannte den Anschlag „verabscheuungswürdig“ und betonte seine Solidarität mit der muslimischen Gemeinde. Der Angriff sei ein „Anschlag auf uns alle, unsere Kultur und unsere Werte“.

Der katholische Erzbischof von Westminster, Kardinal Vincent Nichols, zeigte sich „zutiefst schockiert“. Gewalt generiere nur mehr Gewalt; der einzige Weg aus dieser Spirale sei die tägliche Vergegenwärtigung, dass „wir alle Erzeuger von Verständnis, Mitgefühl und Frieden“ sein müssen.

Die jüdische Gemeinde verurteilte „den Versuch, die Spannungen in Großbritannien eskalieren zu lassen“, so der Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses, Moshe Kantor. „Ein Anschlag auf eine Religion ist ein Anschlag auf alle Religionen“, so Kantor weiter. Ebenso äußerte sich die britische Vereinigung der Sikhs. Man brauche „einen ehrlichen Dialog und einen Sinneswandel“ mit Blick darauf, wie die britische Regierung mit allen Formen von Hass und Terror umgehe, so der Vorsitzende der Vereinigung, Bhai Amrik Singh.

(kap/kna 19.06.2017 mg)

19/06/2017 15:51