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Österreich: Trotz Absage wollen Bürger orthodoxes Kloster

Griechisch-orthodoxe Gläubige - EPA

12/06/2017 15:40

Obwohl die orthodoxe Kirche ihre Pläne für ein Kloster in St. Andrä am Zicksee (Burgenland) zurückgezogen hatte, haben am Sonntag fast 60 Prozent der Bürger bei einer Volksabstimmung für den Bau gestimmt. Der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios ließ in einem Interview mit der Nachrichtenagentur „kathpress“ die Frage offen, ob nach dem Votum das Projekt noch eine Chance habe.

„Ich freue mich vor allem auch für das Dorf und seine Bewohner, die sich als offene und aufgeschlossene Menschen gezeigt haben“, sagte der Metroplit über das Ergebnis der Abstimmung. Die Mehrheit der über 1300 Einwohner habe sich für ein christliches Kloster, Offenheit und Ökumene entscheiden. Arsenios kündigte an, auch gemeinsam mit der katholischen Diözese Eisenstadt „in aller Ruhe und im Gebet“ und auch mit dem Ergebnis vom Sonntag eine rasche Standortlösung für das Kloster anzustreben.

Eigentlich wurde das Projekt von Seiten der Orthodoxen Kirche schon vor Wochen aufgrund der vielen Verzögerungen und der unterschiedlichen Positionen in der Bevölkerung von St. Andrä gestoppt. Nach dem langem Hin und Her konnte aus rechtlichen Gründen die Volksabstimmung jedoch nicht mehr abgesagt werden.

Der Metropolit betonte, ein Kloster sei stets ein „Ort des Gebets, der Ruhe, der Offenheit und der Begegnung; der Begegnung der Menschen untereinander und mit Gott“. Daher dürfe ein Kloster kein Grund für Unruhe und Streit sein. „Wenn es an einem Ort eine negative Stimmung gegen ein Kloster gibt, dann ist das nicht der richtige Ort dafür“, erklärte Arsenios.

Bei der Abstimmung ging es darum, ob ein Grundstück für den Bau des Klosters umgewidmet werden darf. Die orthodoxe Klostergemeinschaft mit fünf Mönchen lebt bereits seit einiger Zeit in einem angekauften Gebäude in St. Andrä.  

(kap 12.06.2017 fr) 

12/06/2017 15:40