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Streit um Bistum Ahiara: Papst Franziskus verlangt Loyalität

Die Delegation aus Ahiara beim Papst

11/06/2017 09:54

Papst Franziskus verlangt Gehorsam von den Priestern des Bistums Ahiara in Nigeria: Jeder der 70 Priester muss binnen eines Monats eine persönliche Loyalitätserklärung an den Vatikan senden, sonst wird er suspendiert. Hintergrund dieser außergewöhnlichen Maßnahme ist eine breite Opposition gegen den 2012 ernannten Bischof von Ahiara, Peter Ebere Okpaleke.

Am Donnerstag hatte Franziskus eine Delegation aus Ahiara empfangen, nachdem diese schon mit anderen Kurienstellen die Situation in der Diözese erörtert hatte. Der Vatikan veröffentlichte die Aussagen des Papstes am Samstag.

Die Kirche zerstören

Franziskus sagte demnach, es gehe nach seiner Einschätzung nicht um einen ethnischen Konflikt, sondern um eine widerrechtliche „Aneignung des Weinbergs des Herrn". Wer sich der Amtsübernahme von Okpaleke widersetze, wolle „die Kirche zerstören". Als Papst könne er nicht gleichgültig bleiben. „Die Kirche ist Mutter, und wer sie verletzt, begeht eine Todsünde", sagte der Papst weiter. Er habe unter anderem erwogen, die gesamte Diözese Ahiara aufzulösen. Die widersetzlichen Priester bezeichnete er als „manipuliert, vielleicht auch aus dem Ausland und außerhalb der Diözese". Bischof Okpaleke habe in diesen Jahren eine „heilige Geduld" gezeigt. Er bewundere dessen Demut, sagte der Papst.

Von jedem Kleriker Ahiaras verlangte Franziskus eine an ihn adressierte schriftliche Bitte um Entschuldigung. Das Schreiben müsse „deutlich den völligen Gehorsam gegenüber dem Papst bekunden" und die Bereitschaft erklären, den vom Papst ernannten Bischof zu akzeptieren. Für den Brief setzte Franziskus eine Absendefrist bis zum 9. Juli. Wer sich weigere, werde von den geistlichen Vollmachten suspendiert und verliere sein Amt.

Drohung mit Suspension

Nach Medienberichten ging es bei dem Zwist in der südnigerianischen Diözese darum, dass Kleriker und Gläubige aus dem Volk der Mbaise in Bischof Okpaleke einen Fremden sahen, der auf Betreiben des früheren Kurienkardinals Francis Arinze eingesetzt worden sei. Okpaleke und Arinze gehören zur Ethnie der Igbo.

Der Widerstand gegen Okpaleke ging den Berichten zufolge so weit, dass dessen Bischofsweihe in die Nachbardiözese Owerri verlegt werden musste. Junge Leute hätten ihn mit einer Blockade an der Besitzergreifung seiner Kathedrale in Ahiara gehindert. Franziskus beauftrage schließlich im Juli 2013 Abujas Kardinal John Onaiyekan übergangsweise mit der Leitung der Diözese.

(kna/kap 11.06.2017 ord)

11/06/2017 09:54