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Dreifaltig: Papst Franziskus über die „Identität Gottes“

Angelusgebet am Dreifaltigkeitssonntag - REUTERS

11/06/2017 11:59

Wer ist Gott? Drei? Oder Einer? Oder beides? Die Kirche feiert an diesem Sonntag den Dreifaltigkeitssonntag und Papst Franziskus nahm das zum Anlass, bei seiner kurzen Ansprache zum Angelusgebet auf die „Identität Gottes“, die Dreifaltigkeit, einzugehen.

Dabei helfe die Lesung des Sonntags aus dem Korintherbrief, so Papst Franziskus, Paulus grüße die Christen wie folgt: „Die Gnade Jesu Christi, des Herrn. die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!“ (2 Kor 13:13). „Dieser Segen des Apostels ist Frucht seiner persönlichen Erfahrung der Liebe Gottes“, so Papst Franziskus. „Ausgehend von dieser seiner persönlichen Erfahrung der Gnade, könne er die Gemeinde dazu auffordern, ‚Freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes, und lebt in Frieden!’ (2 Kor 13:11). Die christliche Gemeinde, mit all ihren menschlichen Grenzen, kann so ein Abglanz der Gemeinschaft der Dreifaltigkeit sein, seiner Güte und Schönheit. Aber das – wie Paulus selbst sagt – geht ausschließlich über die Erfahrung der Barmherzigkeit Gottes, seiner Vergebung.“

Die Barmherzigkeit erfahren

Genau das sei den Juden geschehen, von denen die erste Lesung des Sonntags aus dem Buch Exodus berichte. Auf den Verstoß des Volkes gegen den Bund, erscheine Gott dem Mose in einer Wolke und erneuere diesen Bund dadurch, dass er seinen eigenen Namen und dessen Bedeutung kund tue: „Ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue.“ (Ex 34:6). „Dieser Name drückt aus, dass Gott nicht weit entfernt und nicht in sich eingeschlossen ist, sondern Leben ist, das sich weitergeben will, dass er Öffnung ist, Liebe ist, die den Menschen aus der Untreue rettet. Gott ist barmherzig, gnädig und reich an Gnade, weil er unsere Grenze und unseren Mangel auffüllen will, weil er unsere Fehler vergeben will, weil er uns auf den Weg der Gerechtigkeit und der Wahrheit zurückführen will.“

Diese Selbstoffenbarung Gottes sei verbunden mit den Worten Jesu und seinem Auftrag der Erlösung, leitete der Papst zum Evangelientext des Tages über. „Jesus hat uns das Antlitz Gottes gezeigt, Eins in seinem Wesen und Dreifaltig in den Personen; Gott ist ganz und gar Liebe, in beständiger Verbindung mit allem, was er erschafft, erlöst und heiligt: Vater und Sohn und Heiliger Geist.“

Bereits gesucht und geliebt

Im Evangelientext des Dreifaltigkeitssonntags geht es um Nikodemus, der nie aufgehört habe, Gott zu suchen. In seinem nächtlichen Gespräch mit Jesus begreife er, dass er bereits von Gott gesucht und erwartet wird, von ihm selbst geliebt werde. Er habe ewiges Leben geschenkt bekommen.

„Was ist das, das ewige Leben?“, fragte der Papst abschließend. „Es ist die unermessliche und frei geschenkte Liebe des Vaters, die uns Jesus am Kreuz geschenkt hat, indem er sein Leben für unsere Erlösung hingegeben hat. … Die Jungfrau Maria möge uns helfen, immer mehr und ganz und gar in die dreifaltige Gemeinschaft einzutreten, um die Liebe, die unserem Leben Sinn gibt, zu leben und zu bezeugen.“

 

(rv 11.06.2017 ord)

11/06/2017 11:59