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Venezuela/Vatikan: Krisenberatung mit dem Papst

Und in Venezuela sieht es derzeit so aus - EPA

08/06/2017 14:02

Die Spitze der venezolanischen Bischofskonferenz hat am Donnerstag mit Papst Franziskus über die Krise in ihrem Land beraten. Über den Verlauf der Privataudienz im Vatikan wurde zunächst nichts bekannt. Im Vorfeld hatte Kardinal Jorge Urosa Savino, der Erzbischof von Caracas, angekündigt, dem Papst eine „sehr realistische Sicht“ auf die Entwicklungen im Land schildern zu wollen. Laut der US-amerikanischen Internetseite „Crux“ vom Donnerstag sprach er von „grausamer Repression“ durch die Regierung von Nicolás Maduro.

An der Beratung mit Franziskus nahmen neben Kardinal Urosa und Erzbischof Diego Padron als Vorsitzender der Bischofskonferenz auch deren beiden Vizepräsidenten sowie der Generalsekretär teil. Mit dabei war auch der frühere Konferenzvorsitzende Baltazar Porras, der erst im November von Franziskus zum Kardinal erhoben wurde.

Urosa sagte laut „Crux“, ein früherer, vom Vatikan begleiteter Dialogprozess mit Maduro sei „tot und begraben“. Die Regierung habe den Dialog nur benutzt, um die Lösung der Probleme aufzuschieben. Sie werde aber letztlich verhandeln müssen, weil sie „nicht unendlich eine Situation aufrecht erhalten kann, die von Hunger, der Rebellion der Menschen und Ablehnung durch das Volk aufrecht erhalten kann“

Menschenrechtler werfen der Regierung Maduro immer stärkere Menschenrechtsverletzungen vor. Laut einem aktuellen Bericht der venezolanischen Organisation „Foro Penal“ wurden allein seit April 363 Zivilisten vor Militärgerichte gestellt und 197 von ihnen zu Haftstrafen verurteilt; dies sei eine offenkundige Verletzung internationaler Menschenrechte. Dem gleichen Bericht zufolge kamen zwischen 1. April und 31. Mai allein 69 Personen im Zuge von Protesten ums Leben. Am Mittwoch starb bei Ausschreitungen in Caracas ein 17-jähriger Demonstrant.

(kap 08.06.2017 pr)

08/06/2017 14:02