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Papstmesse: Nur Liebe ohne Maß ist echte Liebe

Papst Franziskus bei der Morgenmesse

18/05/2017 11:34

Die Liebe Gottes ist ohne Maß, andere Arten von Liebe kommen dagegen nicht an: Das sagte Papst Franziskus an diesem Donnerstag in der Predigt bei seiner Frühmesse. „Wie mich der Vater geliebt hat, so habe auch ich euch geliebt“, sagt Jesus im Johannesevangelium zu seinen Jüngern. Das Zitat nahm Franziskus zum Ausgangspunkt seiner Gedanken.

Der Herr fordere seine Jünger auch dazu auf, „in seiner Liebe“ zu bleiben. Wie das gehe? Vor allem, indem man die Gebote achte. Nicht nur die Zehn Gebote, sondern „alle Dinge, die uns Jesus gelehrt hat, diese Gebote des täglichen Lebens“, sagte der Papst. Es gehe um „eine christliche Lebensweise“, deren Kern „die Liebe des Vaters zu Jesus und Jesu Liebe zu uns“ ausmache.

„Es gibt auch andere Lieben. Auch die Welt bietet uns da Formen der Liebe an: die Liebe zum Geld beispielsweise, zur Eitelkeit, zum Stolz, die Liebe zur Macht, auch indem man Ungerechtes tut, um seine Macht zu erweitern... Das sind andere Lieben, das hat mit der Liebe Jesu und des Vaters nichts zu tun. Er bittet uns darum, in seiner Liebe zu bleiben; diese anderen Lieben entfernen uns von der Liebe Jesu. Es gibt auch andere Maße von Liebe: Zur Hälfte lieben, das ist keine richtige Liebe. Es ist das eine, jemanden lieb zu haben, aber etwas ganz anderes, jemanden zu lieben.“

Lieben sei mehr: Für Franziskus ist das vor allem eine Frage des Maßes. Das „Maß der Liebe“ sei die „Liebe ohne Maß“. „Wenn wir also diese Gebote halten, die Jesus uns gegeben hat, bleiben wir in der Liebe Jesu, die die Liebe des Vaters ist, das ist dasselbe – sie ist maßlos. Eine Liebe ohne Lauheit oder Nützlichkeitserwägungen. ,Aber warum sagst du uns das, Herr?´, so können wir fragen. ,Damit meine Freude in euch ist und damit eure Freude vollkommen wird.´ Jesus lehrt uns die Straße der Liebe: ein offenes Herz, Liebe ohne Maß, andere Lieben beiseitelassen.“

Wer in Gottes Liebe bleibe, dem werde Freude geschenkt, so fasste Franziskus den Gedankengang Jesu im Tagesevangelium zusammen. Um die rechte Liebe wie um die Freude solle man Gott bitten. „Vor kurzem wurde ein Priester zum Bischof ernannt. Er ging zu seinem alten Vater, um ihm das zu erzählen. Dieser alte, einfache Mann – er war sein Leben lang Arbeiter gewesen und jetzt in Rente – war nie auf die Universität gegangen, aber hatte Lebensweisheit. Er hat seinem Sohn nur zwei Dinge geraten: Gehorche und vermittle den Menschen Freude! Dieser Mann hatte das verstanden: Gehorche der Liebe des Vaters, ohne andere Lieben, gehorche dieser Gabe, und dann gib den Menschen Freude. Wir Christen – Laien, Priester, Ordensleute, Bischöfe – sollen den Menschen Freude geben. Warum? Darum: um der Liebe willen, ohne jeden Hintergedanken, rein aus Liebe. Unsere Mission als Christen besteht darin, den Menschen Freude zu bereiten!“

(rv 18.05.2017 sk)

18/05/2017 11:34