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D: Trauer um Bischof Stehle alias „Don Emilio“

adveniat

17/05/2017 17:30

Das deutsche kirchliche Lateinamerika-Hilfswerk adveniat trauert um seinen früheren Geschäftsführer, Bischof Emil Lorenz Stehle. „Don Emilio“ bleibe „auch über seinen Tod hinaus ein Wegweiser für den Frieden in Lateinamerika“, sagte adveniat-Bischof Franz-Josef Overbeck in einer ersten Reaktion. Stehle ist am Dienstag in Konstanz im Alter von 90 Jahren gestorben.

„Freund auf dem Friedensweg für El Salvador“: So wurde Bischof von Weibischof Gregorio Rosa Chavez von San Salvador einmal bezeichnet. Nach der Ermordung von Erzbischof Oscar Romero 1980 vermittelte er in dem von einem blutigen Bürgerkrieg zerrissenen mittelamerikanischen Land. Bischof Stehle setzte sich für Friedensverhandlungen zwischen Regierung und Guerilla, für die Freilassung von Geiseln sowie den Schutz der Zivilbevölkerung ein – bis schließlich 1992 das Friedensabkommen in Mexiko unterschrieben wurde.

Stehle stammte aus einer Bauernfamilie in Herdwangen-Mühlhausen (Südbaden). 1951 in der Erzdiözese Freiburg zum Priester geweiht, stellte er sich nach sechs Kaplansjahren dem Katholischen Auslandssekretariat zur Verfügung, um in der kolumbianischen Hauptstadt Bogotá eine Gemeinde für deutschsprachige Katholiken aufzubauen. Bischof Franz Hengsbach, der damalige Vorsitzende der Bischöflichen Aktion Adveniat, ernannte ihn 1969 zunächst zum Berater adveniats mit Sitz in Bogotá. Von dort aus sollte Stehle die Kontakte zum lateinamerikanischen Bischofsrat Celam aufbauen und sämtliche lateinamerikanischen Bischofskonferenzen besuchen, um mit ihnen die Schwerpunkte der adveniat-Hilfe zu beraten. Im Oktober 1972 holte Bischof Hengsbach Stehle als Zweiten Geschäftsführer in die Geschäftsstelle nach Essen. Von 1977 bis 1988 war er Geschäftsführer des Lateinamerika-Hilfswerks.

Als „Don Emilio“, wie er in Lateinamerika liebevoll genannt wurde, 1983 in Rom zum Bischof geweiht und dem Erzbischof von Quito in Ecuador als Weihbischof zur Seite gestellt wurde, entwickelte er sich mehr denn je zum Wanderer zwischen zwei Welten. Als dann aber das Bischofsvikariat Santo Domingo de los Colorados 1987 zur Prälatur erhoben wurde, entschied er sich für den ständigen Wohnsitz in Ecuador. Für seinen großen Einsatz, besonders bei den Friedensbemühungen in Zentralamerika, die Befreiung von sieben Aufbauhelfern in Nicaragua und die Pionierarbeit in Santo Domingo de los Colorados in Ecuador, wurde Bischof Stehle mehrfach ausgezeichnet: mit drei Ehrendoktor-Titeln und dem Großen Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland. 2002 kehrte er in seine Heimatdiözese Freiburg zurück und lebte seitdem in Konstanz am Bodensee.

(pm 17.05.2017 sk)

17/05/2017 17:30