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D: Gewerkschaften wehren sich gegen Sonntagsarbeit

Geschäfte in Deutschland sollen nach Plänen des Einzelhandels auch sonntags öffnen können - REUTERS

16/05/2017 11:41

Die Pläne des Einzelhandels für mehr verkaufsoffene Sonntage sorgen bei christlichen Gewerkschaften für Unmut. Der Bundesvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmerorganisationen, Hannes Kreller, sagte der Katholischen Nachrichten-Agentur kna: „Wir sind nicht bereit, den Sonntagsschutz weiter aufzuweichen.“ Er zeigte sich aber bereit, an angekündigten Runden Tischen des Handelsverbands Deutschland (HDE) zur Neuregelung verkaufsoffener Sonntage teilzunehmen.

Kreller, der auch das Büro der Katholischen Arbeitnehmer-Bewegung (KAB) in München leitet, sprach in diesem Zusammenhang von einer voranschreitenden Aushöhlung des Sonn- und Feiertagsschutzes. Oft seien die Anlässe für verkaufsoffene Sonntage „an den Haaren herbeigezogen“. Deswegen forderte der katholische Gewerkschafter eine bundesweite einheitliche Regelung für Ausnahmen bei der Sonn- und Feiertagsruhe. Seiner Ansicht nach führe nämlich der gesetzliche Flickenteppich in Deutschland zu einem Wettlauf möglichst vieler verkaufsoffener Sonn- und Feiertage.

Der Chef des HDE, Stefan Genth, hatte in der „Welt am Sonntag“ angekündigt, eine Initiative für mehr verkaufsoffene Sonntag zu starten. Dafür sollten alle gesellschaftlichen Gruppen, darunter Gewerkschaften, Kirchen und der Handel, an einem Runden Tischen zusammen kommen. „Deren Ergebnisse müssen aber auch gelten, ohne dass wieder geklagt wird“, hatte Genth der Zeitung gesagt. Er hatte der Gewerkschaft verdi vorgeworfen, mit „ihrer Klagewelle“ Sonntagsöffnungen „faktisch unmöglich“ zu machen und sich gegen den Handel, die Städte sowie gegen die Beschäftigten zu stellen.

Verdi hatte, teils mit kirchlichen Organisationen, in den vergangenen Jahren über 100 juristische Verfahren gegen kommunale Genehmigungen für verkaufsoffene Sonntag geführt.

2009 hatte das Bundesverfassungsgericht den Sonn- und Feiertagen einen hohen Stellwert zugesprochen. Ein bloß wirtschaftliches Interesse reiche nicht aus, um Ladenöffnungen zu rechtfertigen, hatten die Richter geurteilt.

(kna/welt am sonntag 16.05.2017 fr) 

 

16/05/2017 11:41