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Ebola-Fälle im Kongo: „Kein Alarmismus“

Eine Aufnahme des Ebola-Virus - AP

15/05/2017 11:25

Ebola meldet sich zurück: Aus dem Norden des Kongo (genauer: aus dem Distrikt Likati) werden zwei Todesfälle gemeldet. Vor drei Jahren waren im Kongo vierzig Menschen an Ebola gestorben. Am meisten verbreitet war die Epidemie aber in Guinea, Sierra Leone und Liberia, wo über 11.300 Menschen starben.

„Wir haben in Kinshasa eine Notfalleinheit, die immer für solche Fälle bereit steht“, berichtet François Dumont von „Ärzte ohne Grenzen“ im RV-Interview. „Das ist ein Team von 14 Personen, sie sind schon in den Norden des Kongo aufgebrochen: Ärzte, Krankenpfleger, Logistiker, Hygienespezialisten und ein Epidemologe. Außer den bestätigten Ebola-Todesfällen gibt es 17 weitere verdächtige Fälle, davon drei tödlich. Das wird jetzt erst einmal untersucht, und dann wird da wohl ein Behandlungszentrum eingerichtet, um die Patienten zu heilen und auch zu isolieren, damit die Ansteckungskette der Krankheit möglichst unterbrochen wird.“

Die Region, aus der die Ebola-Todesfälle gemeldet werden, liegt fern von der Hauptstadt in der Nähe der Grenze zur Zentralafrikanischen Republik. Fieberhaft versuchen die Behörden jetzt herauszufinden, wie der erste bestätigte Ebola-Fall sich überhaupt infiziert hat. Erst seit einem Jahr sind Guinea, Sierra Leone und Liberia offiziell Ebola-frei.

„Für uns ist jetzt die Einrichtung von Behandlungszentren das Wichtigste. Dann muss man nach allen Menschen suchen, die mit Kranken in Kontakt gekommen sind, und die Bevölkerung sensibilisieren, damit sie die Hygiene-Regeln strikt einhält. Nur so lässt sich die Übertragung stoppen, sonst stecken sich die Leute sogar in den Gesundheitszentren an!“

Durch die dichten Wälder des Kongo fließt der Ebola-Fluss, der der Epidemie den Namen gegeben hat: Hier wurde sie nämlich 1976 erstmals entdeckt. Trotzdem rät der Verantwortliche von „Ärzte ohne Grenzen“, jetzt keine allzu große Alarmstimmung aufkommen zu lassen. „Der Kongo hat im Lauf der Jahre schon mehrere Ebola-Epidemien erlebt, zuletzt 2014 – und jedes Mal sind sie relativ glimpflich abgelaufen. Auch jetzt haben wir wieder eine sehr isolierte Region – zum Glück. Das ist ja keine Stadt... Trotzdem müssen wir natürlich sehr vorsichtig und vorausschauend sein, das sagt auch die Weltgesundheitsbehörde. Versuchen wir also, die Übertragungskette der Krankheit so schnell wie möglich zu unterbrechen...“

„Sehr isolierte Region“ ist noch untertrieben: Der Ort des Ebola-Ausbruchs ist eigentlich nur mit Boot und Fahr- oder Motorrad zu erreichen, Autos kommen auf den engen Pisten durch den Wald nämlich nicht durch.

(rv/afp 15.05.2017 sk)

15/05/2017 11:25