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Papst Franziskus: Ägypten als Zeichen des Friedens

Papst Franziskus - REUTERS

03/05/2017 11:41

Ägypten war und ist „ein Zeichen der Hoffnung, der Zuflucht und der Hilfe“. Das sagte Papst Franziskus im Rahmen seiner Generalaudienz an diesem Mittwoch, die er einem Rückblick auf seine Kurzreise nach Kairo widmete. Vor tausenden Pilgern und Besuchern ließ der Papst seine Reise Revue passieren und hob die bedeutendsten Stationen des Besuches hervor. Gleichzeitig dankte er den Autoritäten des Landes dafür, dass die Reise auf „bestmögliche Weise“ ablaufen und somit ein „Zeichen des Friedens“ für Ägypten und die gesamte Region darstellen konnte. Das Motto der Papstreise lautete „Der Papst des Friedens im Ägypten des Friedens.“

„Ägypten ist für uns ein Zeichen der Hoffnung, der Zuflucht und der Hilfe gewesen. Als jener Teil der Welt Hunger litt, ging Jakob mit seinen Söhnen dorthin; dann, als Jesus verfolgt wurde, ist er dorthin gegangen. Deshalb bedeutet die Tatsache, euch diese Reise zu erzählen, von der Hoffnung zu sprechen: für uns bietet Ägypten dieses Zeichen der Hoffnung, sowohl geschichtlich gesehen als auch im Heute, aufgrund dieser Geschwisterlichkeit, von der ich euch erzählen möchte.“

Vierfache Einladung nach Ägypten

Er sei auf vierfache Einladung nach Ägypten gereist, erzählte der Papst. Diese Einladungen seien vom Präsidenten Ägyptens, dem Großimam der Al-Azhar-Universität und den Patriarchen der koptisch-orthodoxen und koptisch-katholischen Gemeinschaft im Land gekommen. Insbesondere der Besuch einflussreichen sunnitischen Lehreinrichtung Al-Azhar habe einen doppelten Horizont gehabt, betonte der Papst, nämlich „jenen des Dialogs zwischen Christen und Muslimen und gleichzeitig jenen der Förderung von Frieden auf der Welt. In Al-Azhar hat das Treffen mit dem Großimam stattgefunden, ein Treffen, das dann in die ,Internationale Konferenz für den Frieden´ gemündet ist. In diesem Zusammenhang habe ich eine Betrachtung vorgelegt, die die Geschichte Ägyptens als Land der Kultur und Land der Bündnisse würdigt.“

Für die gesamte Menschheit, so fuhr der Papst fort, sei Ägypten Sinnbild einer antiken Zivilisation, von Kunstschätzen und Wissen, und dies erinnere uns daran, „dass man den Frieden mithilfe der Erziehung schafft, mit der Bildung von Weisheit, eines Humanismus, der die religiöse Dimension und die Beziehung mit Gott als integrativen Bestandteil begreift, wie der Großimam in seiner Ansprache erinnert hat.“

Besondere Rolle bei der Friedenssicherung

Ägypten habe aufgrund seines  religiösen und historischen Erbes eine besondere Aufgabe bei der Friedenssicherung im Nahen und Mittleren Osten, fuhr der Papst fort. Die Christen, so betonte er, seien in Ägypten wie auch in den anderen Nationen dazu aufgerufen, „Sauerteig der Geschwisterlichkeit“ zu sein. Dieses sei dann möglich, wenn sie in sich die Gemeinschaft mit Gott lebten.

„Ein starkes Zeichen der Gemeinschaft, Gott sei Dank, konnten wir gemeinsam mit meinen lieben Bruder Tawadros II., dem Patriarch der orthodoxen Kopten, geben. Wir haben uns erneut, auch mit der Unterzeichnung einer ökumenischen Erklärung, dazu verpflichtet, gemeinsam vorwärts zu schreiten und uns dafür einzusetzen, die Taufe, die von den jeweiligen Kirchen gespendet wurde, nicht zu wiederholen.“

Insgesamt zog der Papst ein positives Resümee der ökumenischen Errungenschaften der Reise. Gemeinsam auch mit dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios hätten sie für die Märtyrer der jüngsten Attentate gebetet, die die koptische Kirche in Ägypten stark erschüttert hatten. „Ihr Blut“, betonte der Papst, habe „dieses ökumenische Treffen befruchtet.”

Christen als Licht und Salz der Erde

Besonders erfreut zeigte sich Papst Franziskus auch über seine Begegnung mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen zum Abschluss seiner Reise. Es gebe viele Seminaristen im Land, stellte er fest. Dies sei „ein wahrer Trost“: „In dieser Gemeinschaft von Männern und Frauen, die gewählt haben, ihr Leben Christus zu schenken für das Reich Gottes, habe ich die Schönheit der Kirche in Ägypten gesehen und ich habe für alle Christen im Nahen Osten gebetet, damit sie, geführt von ihren Hirten und begleitet von den Personen geweihten Lebens, Salz und Licht in diesen Ländern seien, inmitten dieser Völker.“

(rv 03.05.2017 cs)

03/05/2017 11:41