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Papst: „Verträge scheinen wichtiger als Menschenrechte"

Deutliche Worte: Papst Franziskus auf der Tiberinsel - ANSA

22/04/2017 19:27

Internationale Verträge zählen heute mehr als Menschenrechte: harte Worte fand Papst Franziskus an diesem Samstag zur Situation der Flüchtlinge, vor allem in Europa. „Menschen kommen hier an, in den großzügigen Ländern wie Italien und Griechenland, die sie aufnehmen, aber dann lassen die internationalen Verträge nicht mehr zu“, sagte der Papst zum Abschluss einer Liturgie zum Gedenken an die Märtyrer der letzten Jahrzehnte in der Kirche Sankt Bartholomäus auf der Tiberinsel in Rom. „Wenn in Italien jede Stadt und Gemeinde nur zwei aufnehmen würde, so wäre für alle Platz“, so der Papst.

Bereits in seiner Predigt hatte er sehr deutliche Worte gefunden und von „Konzentrationslagern“ gesprochen, damit aber nicht die deutsche Geschichte, sondern allgemein die Grausamkeit gemeint, der Flüchtlinge und Migranten in den Lagern ausgesetzt sind. Er erzählte von seinem Besuch auf Lesbos, bei dem er eines der Lager besucht hatte. „Die Flüchtlingslager – so viele – sind Konzentrationslager, durch den Irrsinn der Menschen, welche si dort drinnen lassen.“ Und auch hier wies er auf die großzügigen Länder hin und auf die Abkommen, die mehr Hilfe verhinderten, „denn die internationalen Verträge scheinen wichtiger zu sein als die Menschenrechte.“

Die Generosität des Südens – der Papst nannte ausdrücklich Lampedusa, Sizilien und Lesbos – solle den Norden „anstecken“, so Papst Franziskus. Um dann noch einmal seine Aussage Richtung Europa zu verstärken: „Es ist wahr, wir sind eine Zivilisation ohne Kinder, aber wir schließen auch unsere Türen gegenüber Migranten. Das nennt man Selbstmord. Lasst uns deswegen beten!“

 

(rv 22.04.2017 ord)

22/04/2017 19:27