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Russland verbietet die Zeugen Jehovas

Reaktionen von Mitgliedern der Zeugen Jehowas nach dem Gerichtsentscheid - AP

21/04/2017 12:54

Russland verbietet die Zeugen Jehovas. Das Oberste Gericht kommt mit dem Verbot einem Antrag des Justizministeriums nach, das die religiösen Gruppierung als „extremistisch“ einstuft. Die Zeugen Jehovas bedrohten die Bürgerrechte sowie die öffentliche Ordnung und Sicherheit, sagte laut Angaben der Agentur Interfax die Anwältin des Justizministeriums, Swetlana Borissowa. Medienberichten zufolge sollen nun die Zentrale der Zeugen Jehowas und ihre Regionalverbände geschlossen sowie ihr Vermögen beschlagnahmt werden. Die Gemeinschaft wies die Anschuldigungen ab und will den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte bringen.

Als schweren Schlag für die Religions- und Verbandsfreiheit in Russland wertete die Menschenrechtsgruppe Human Rights Watch die Gerichtsentscheidung. Sollte die Entscheidung in Kraft treten, müssten die Zeugen Jehovas mit Strafverfolgung, Geldstrafen oder gar Gefängnis rechnen. Die Zeugen Jehovas haben in Russland hat laut eigenen Angaben rund 170.000 Anhänger. Kritiker bemängeln vor allem die soziale Isolation und den stetigen Gehorsam der Mitglieder. Sie werten das Verbot der Bluttransfusion bei den Zeugen Jehovas etwa als Verstoß gegen die Menschenrechte.

(reuters/interfax 21.04.2017 gbs)

21/04/2017 12:54