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Papstmesse: Die Rettung kommt allein vom Kreuz

Papst Franziskus bei der Morgenmesse

04/04/2017 11:37

Der eine oder andere Katholik trägt gerne ein Kreuz an der Kette. Das sei schön und gut, aber was steckt dahinter? Darüber sprach der Papst an diesem Dienstag bei der Predigt im vatikanischen Gästehaus Santa Marta.

„Die Rettung kommt allein vom Kreuz, und zwar von diesem Kreuz, das der menschgewordene Gott ist. Es gibt keine Rettung durch Ideen, es gibt keine Rettung durch den guten Willen oder durch den Willen, gut zu sein... Nein, die einzige Rettung liegt in Christus, der für uns am Kreuz gestorben ist, denn nur er konnte das ganze Gift der Sünde auf sich nehmen und uns damit erretten.“ „Doch“, so fragte der Papst weiter, „was bedeutet für uns das Kreuz? Ja, es ist das Zeichen der Christen. Und wir machen das Kreuzzeichen, aber nicht immer machen wir es gut, manchmal etwas weniger… Denn wir haben nicht diesen Glauben an das Kreuz. Für einige Menschen ist es sogar das Zeichen der Zugehörigkeit. Da sagt einer: ,Ja, ich trage ein Kreuz an der Kette, damit jeder sieht, dass ich ein Christ bin.´ Das ist schön, aber es geht nicht darum, ein Abzeichen wie ein Fußballtrikot zu tragen, sondern es geht um die Erinnerung daran, dass der Herr die Sünden für uns aufgenommen hat.“

Die Erste Lesung aus dem Buch Numeri (Num 21, 4-9) behandelt die Erzählung von der ehernen Schlange. Wenn jemand von einer Schlange gebissen wurde und zu der Kupferschlange aufblickte, blieb er am Leben. Papst Franziskus:

„Gott sagte dem Mose: ,Wer die Schlange ansieht, wird geheilt´. Jesus wiederum sagt seinen Feinden: ,Wenn ihr den Menschensohn erhöht habt, dann werdet ihr erkennen´. Wer also nicht auf das Kreuz schaut, und zwar mit dem Glauben, der wird in den eigenen Sünden sterben und nicht jene Rettung erhalten.“

Das Tagesevangelium nach Johannes (Joh 8, 21-30) zeigt die Kluft zwischen Jesus und den Pharisäern auf. Diese nehmen seine Lehre nicht an. „Ihr werdet in eurer Sünde sterben“, sagt ihnen Jesus.

„Heute stellt uns die Kirche einen Dialog mit diesem Geheimnis des Kreuzes, mit diesem Gott, der sich zur Sünde gemacht hat, aus Liebe zu mir. Und jeder von uns kann sagen: ,Aus Liebe zu mir.´ Wir können auch denken: wie trage ich das Kreuz? Wie eine Erinnerung? Wenn ich das Kreuzzeichen mache, ist mir bewusst, was ich da tue? Wie trage ich dieses Kreuz? Nur wie das ein Symbol für die Zugehörigkeit zu einer Religionsgruppe? Wie Dekoration, als ein Schmuckstück, mit vielen wertvollen Steinen und aus Gold…? Jeder von uns möge heute das Kreuz ansehen und diesen Gott betrachten, der sich zur Sünde gemacht hat, damit wir nicht in unseren eigenen Sünden sterben müssen - und jeder möge auf die Fragen antworten, die ich euch heute vorgelegt habe.“

(rv 04.04.2017 mg)

04/04/2017 11:37