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Angelusgebet in Carpi: Kolumbien, Kongo, Venezuela, Paraguay

Messfeier und Angelus in Carpi - REUTERS

02/04/2017 12:00

„Die Tragödie in Kolumbien hat mich zutiefst getroffen“: seine Worte zum Angelusgebet an diesem Sonntag in Carpi richtete der Papst zuerst an die Opfer einer Naturkatastrophe im Norden Südamerikas. „Ich bete für die Opfer und versichere ihnen meine und eure Nähe. Und ich danke allen, die nun helfen.“ In Kolumbien hatten Überschwemmungen und Schlammlawinen über 300 Menschen das Leben gekostet, es ist die Rede von der schlimmsten Naturkatastrophe in der Geschichte des Landes.

Kongo, Venezuela und Paraguay: Papst Franziskus richtete anlässlich seines Angelusgebetes aber auch Appelle an die von politischer Gewalt geprägten Gebiete der Welt. „Aus der Region Kasai in der Demokratischen Republik Kongo kommen immer neue Nachrichten von bewaffneten Auseinandersetzungen“, so der Papst. Er sprach von den Opfern auch in der Kirche, um dann die Betroffenen seiner Nähe zu versichern. „Ich forderte alle auf, um Frieden zu beten, damit die Urheber dieser Verbrechen nicht Sklaven des Hasses und der Gewalt bleiben.“

Er folge außerdem mit großer Aufmerksamkeit den Ereignissen in Venezuela und Paraguay. „Ich bete für die Menschen dort, die mir so sehr am Herzen liegen, und lade alle dazu ein, nicht müde zu werden beim Durchhalten, die Gewalt zu vermeiden, auf der Suche nach politischen Lösungen.“

 

Hintergrund

In Paraguay – das Papst Franziskus vor über einem Jahr besucht hatte – war es zu gewaltsamen Ausschreitungen gekommen, weil Präsident Cartes die Verfassung ändern lassen will, um ein weiteres Mal kandidieren zu können. Ein prominenter Oppositionspolitiker war von der Polizei erschossen worden, der Innenminister wurde daraufhin entlassen. Das Parlament wurde angezündet, die Ausschreitungen sind noch nicht vorüber.

In Venezuela hatte Präsident Maduro versucht, durch das Verfassungsgericht das von einer oppositionellen Mehrheit dominierte Parlament entmachten zu lassen, war nach internationalen Protesten aber davon abgerückt. Schon seit Jahren herrscht in dem Land ein humanitärer Notstand, immer wieder kommt es zu Gewalt und Ausschreitungen.

Im Kongo waren in dieser Woche die enthaupteten und entstellten Leichen von zwei UN-Mitarbeitern gefunden worden. Die beiden waren beauftragt gewesen, die Gewalt der Armee Kongos gegen Protestierer zu dokumentieren, es gibt Berichte von Massengräbern.

(rv 02.04.2017 ord)

02/04/2017 12:00